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Wenn man rein ist, hat man nichts zu befürchten: Russische Schwimmer dürfen doch in Tokio starten

© SNA / Maxim BogodwidRussischer Schwimmer Alexander Kudaschew
Russischer Schwimmer Alexander Kudaschew - SNA, 1920, 22.07.2021
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Dem Einspruch der russischen SchwimmerInnen Veronika Andrusenko und Alexander Kudaschew, die vom Internationalen Schwimmverband FINA vor ein paar Tagen von den Olympischen Spielen in Tokio wegen Dopingverdachts suspendiert wurden, hat der Sportgerichtshof CAS in Lausanne stattgegeben. Beide Sportler werden nun an den Spielen teilnehmen können.
Die Grundlage der von der FINA verhängten Sperre waren Informationen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Es ging um eine Unstimmigkeit in der Datenbank des Moskauer Anti-Doping-Labors, die von den WADA-Experten mit Genehmigung der russischen Behörden Anfang 2020 beschlagnahmt worden war. Anschließend wurde bekannt, dass knapp 300 Verfahren gegen russische Sportler wegen Unstimmigkeit oder Vernichtung von Dopingtestdaten eingeleitet wurden. Bei Andrusenko und Kudaschew kritisierte die russische Seite aber sofort heftig diese Entscheidung, richtete ein scharfes Schreiben an die FINA und ging beim CAS in Berufung.
Erstens war die Rede von gewissen Proben aus den Jahren 2014 und 2015, zweitens hatte die WADA alle Informationen mehr als ein Jahr zuvor vorbereitet, aber erst kurz vor dem Olympia-Start gegen die russischen Sportler bei der FINA Anklage erhoben, als für Änderungen an der Zusammensetzung der Nationalmannschaft nicht mehr genug Zeit blieb. Andrusenko und Kudaschew erklärten, nie verbotene Substanzen eingenommen und stets für einen reinen Sport plädiert zu haben.
Nach dem CAS-Freispruch veröffentlichte die FINA eine Pressemitteilung, in der sie dem Urteil des Schiedsgerichtshofes zustimmte.

„Die FINA erkennt den CAS vorbehaltlos als ein unabhängiges Gerichtsorgan an. Wir sind dem Gerichtshof für die schnelle Behandlung des Falls dankbar und werden der CAS-Entscheidung Folge leisten. Die FINA bedankt sich auch bei der WADA für ihre tüchtige Arbeit“, zitiert der FINA-Pressedienst den Präsidenten des Schwimm-Weltverbandes, Husain al Musallam.

„Als Unterzeichner des WADA-Codes waren wir verpflichtet, die eingereichten Unterlagen genau zu prüfen. Die FINA ist nach wie vor der Idee des Schutzes reiner Sportler und der Förderung reiner Wettkämpfe verpflichtet.“
Entsprechend dem Gerichtsurteil will die FINA die Verfahrenskosten von Veronika Andrusenko und Alexander Kudaschew beim CAS völlig decken und ihnen je 1500 CHF auszahlen.

„Wir haben mit Ungeduld auf die Verhandlungen gewartet. Ich bin froh über diesen Ausgang“, zitieren russische Medien Kudaschew.

„Ich war mir des Sieges beim CAS zu 99 Prozent sicher. Ist man ein reiner Sportler, hat man nichts zu befürchten, genervt war ich aber trotzdem. Ich hatte heute Mühe einzuschlafen, da rief mich der Anwalt mit der erfreulichen Nachricht an. Ich habe getrennt von der Mannschaft trainiert, war bemüht, mich darüber hinwegzusetzen, wusste, dass das Ganze ein positives Ende nehmen musste. Zwar ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass die Verhandlung vertagt und die Ermittlungen fortgesetzt werden können. Jetzt bin ich von Emotionen überflutet. Was geschehen ist, ist nun vorbei. Ich möchte antreten und mein ganzes Können zeigen.“
Es folgte die offizielle Erklärung des russischen Sportministers Oleg Matizin: „Das Sportministerium der Russischen Föderation ist der Meinung, dass die CAS-Entscheidung in Sachen Veronika Andrusenko und Alexander Kudaschew die Lage objektiv wiedergibt. Schnell und professionell haben der Allrussische Schwimmverband und die Anwälte der Sportler gehandelt. In ähnlichen Situationen kommt es auf ein geschlossenes Auftreten gegenüber den internationalen Verbänden sowie auf eine sachkundige und aktive juristische Begleitung an. Hauptsache ist, dass die Teilnahme unserer Sportler an Olympia in Tokio gesichert wurde. Ich wünsche ihnen Gesundheit, Erfolg und Siege.“
Der russische Schwimmstar Julija Jefimowa – mehrfache Weltmeisterin, die selbst mehrmals unter der Voreingenommenheit der Sportbeamten zu leiden hatte – kommentierte humorvoll in einer TV-Sportsendung: „Na, schon wieder tagt es in der Kolchose, wie man so sagt, ohne ersichtlichen Grund. Kurz vor den Olympischen Spielen wird man schikaniert, kommt aber Gott sei Dank glimpflich davon. Es bleibt noch genug Zeit bis zu den Schwimmwettkämpfen. Hoffentlich werden unsere Athleten Glück haben. Das Wichtigste ist, dass sie antreten dürfen.“
Auch der Staatsduma-Abgeordnete Dmitri Swischtschjow hat sich für die Sportler gefreut, die schon einige Titel geholt haben und in Tokio Medaillenchancen haben: „Die Athleten haben kein Schuldbekenntnis abgelegt, haben gekämpft, ihre Rechte durchgesetzt. Sie sind auf überflüssige Informationen nicht reingefallen. Allerdings wurde dadurch ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele nicht gerade gefördert. Statt zu trainieren und sich auf den Sport zu konzentrieren, mussten sie sich mit dem Prozess beschäftigen. Nun müssen sie ihre Vorbereitungen wiederaufnehmen und eine ansehnliche Leistung bieten. Vielleicht weckt es bei ihnen auch den Siegeswillen. Gewiss hatte jemand sein Interesse daran, ihnen so etwas gerade im Vorfeld von Olympia zu verpassen. Ließ sich das denn nicht früher machen, damit sie zeitig ihr Recht behaupten konnten? Jemand wollte es aber gerade jetzt haben.“
Olympische Spiele in Tokio  - SNA, 1920, 20.07.2021
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