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Wegen Holocaust-Verhöhnung: Kreativdirektor der Olympischen Spiele einen Tag vor Eröffnung entlassen

© REUTERS / KYODOKreativdirektor der Olympischen Spiele Kentaro Kobayashi (links)
Kreativdirektor der Olympischen Spiele Kentaro Kobayashi (links) - SNA, 1920, 22.07.2021
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Wie die „Japan Times“ berichtet, wurde nur einen Tag vor Eröffnung der Olympischen Spiele von Tokio Kreativdirektor Kentaro Kobayashi entlassen. Kobayashi war für die Organisation der Zeremonie verantwortlich. Grund für die Entlassung sei ein Sketch des ehemaligen Comedians, in dem er den Holocaust verhöhnte.
Kein Mensch, egal wie kreativ, habe das Recht, sich über die Opfer des Nazi-Genozids lustig zu machen, sagte Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center (SWC). Dieses war von Japans Verteidigungsminister Yasuhide Nakayama über den Vorfall informiert worden. Die jüdische Menschenrechtsorganisation beschäftigt sich mit antisemitischen Vorfällen. „Das Nazi-Regime hat auch Deutsche mit Behinderung vergast. Jede Verbindung dieser Person mit der Olympiade von Tokio würde das Andenken von sechs Millionen Juden beleidigen und die Paralympischen Spiele verhöhnen“, so Cooper in seinem Statement.
Am Donnerstagmorgen (Ortszeit) war der 48-jährige ehemalige Comedian über seine Entlassung informiert worden. In einer schriftlichen Stellungnahme entschuldigte sich Kobayashi für seine Wortwahl in dem Sketch. „Ich möchte mich bei denjenigen entschuldigen, die sich angegriffen fühlten.“ Der Sketch sei zu einer Zeit entstanden, als er das Publikum nicht so zum Lachen habe bringen können, wie er es gern gekonnt hätte, erklärte Kobayashi. Er habe deswegen auf eine sehr flache Art versucht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Die Entlassung Kobayashis stellt das Organisationskomitee der Olympischen Spiele vor weitere Hindernisse. Nun müsse die Eröffnungszeremonie in einer Art und Weise neu geplant werden, dass der Skandal das Konzept und die Botschaft der Zeremonie nicht kompromittiere. Wenige Tage zuvor hatten sich die Organisatoren von Komponist Keigo Oyamada getrennt, weil bekannt geworden war, dass er in seiner Schulzeit behinderte Kinder gemobbt hatte. Seine rund vierminütige Komposition sollte eigentlich bei der Eröffnung spielen, nun müssen sich die Organisatoren auch dafür einen Plan B ausdenken.
Tokio im Vorfeld der Olympischen Spiele  - SNA, 1920, 22.07.2021
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Wie die Deutsche Presse-Agentur erinnert, sind die Entlassungen von Kobayashi und Oyamada nur die jüngsten Skandale von einer ganzen Reihe. So sei im März der damalige Kreativdirektor Hiroshi Sasaki entlassen worden, weil er sich abfällig über die Komikerin Naomi Watanabe geäußert hatte. Er habe vorgeschlagen, die korpulente Watanabe solle sich in ein rosa Kostüm hüllen und bei der Eröffnungszeremonie als „Olympig“, als olympisches Schwein, auftreten. Zuvor hatte der damalige Organisationschef Yoshiro Mori wegen sexistischer Kommentare seinen Hut nehmen müssen.
Während das Organisationskomitee darum kämpft, trotz allem erfolgreiche und würdige Spiele zu ermöglichen, haben laut der DPA bereits mehrere führende japanische Wirtschaftsvertreter angekündigt, den Spielen fernzubleiben. Nach Angaben des japanischen TV-Senders NHK wird auch Japans früherer Ministerpräsident Shinzo Abe nicht daran teilnehmen.
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