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Sechs Alltagsdinge, die unserem Gehirn schaden

© CC0 / m_hassan_mGehirn (Symbolbild)
Gehirn (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.07.2021
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Am 22. Juli wird von den Neurowissenschaftlern der Welttag des Gehirns begangen. Aus diesem Anlass haben wir eine Liste alltäglicher Fehler vorbereitet, die aus der Sicht von Forschern dem Denkorgan durchaus schaden können.
Es ist ja längst bekannt, dass Alkohol, Nikotin und übermäßiger Verzehr von Fastfood der Gesundheit generell schaden, deswegen werden wir diese Faktoren außer Acht lassen. Stattdessen konzentrieren wir uns lieber auf die Sachen, die zum Alltag gehören und auf den ersten Blick nichts Gefährliches vermuten lassen.

1. Frühstück auslassen

Ein Forschungsteam des Instituts für Psychologische Wissenschaften bei der University of Leeds in Großbritannien hat eine Studie über die Auswirkungen des Frühstücks auf das Verhalten und die schulischen Leistungen bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Kinder, die regelmäßig frühstücken, schneiden demnach in der Schule viel besser ab, insbesondere in den Naturwissenschaften.

2. Mangel an Kommunikation

Zehn Gesprächsminuten zahlen sich mental aus, behauptet eine Studie der University of Michigan (US-Bundesstaat Michigan) aus dem Jahr 2007. Demnach existiert einen Zusammenhang zwischen sozialen Interaktionen und mentalen Funktionen. Man kann sein Gedächtnis und seine Leistungen bei unterschiedlichen Tests verbessern, indem man täglich nur zehn Minuten lang mit einer anderen Person – sei es beim persönlichen Gespräch oder per Telefon –spricht, hieß es. Je höher die soziale Interaktion der Teilnehmer, desto besser ist ihre kognitive Funktion, fanden die Forscher heraus. Diese Beziehung war für alle Altersgruppen, von der jüngsten bis zur ältesten, zuverlässig.
Kreditkarte (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.03.2021
Kreditkartenkäufe wirken auf Gehirn wie Drogen – Studie

3. Zu viel Zucker und Fett

Eine große Menge von raffiniertem Zucker und gesättigten Fettsäuren wirkt sich negativ auf den so genannten Wachstumsfaktor BDNF des Gehirns aus. Das fand ein Forschungsteam des Instituts für psychologische Wissenschaften bei der University of California (US-Bundesstaat Kalifornien) heraus. Er wirkt unter anderem auf verschiedene Neuronen und Synapsen und fördert das Wachstum neuer. Der BDNF ist im Gehirn in den Bereichen aktiv, die grundlegend für Gedächtnis und abstraktes Denken sind.

4. Mangelndes Training

Wissenschaftlern zufolge wird der Höhepunkt der maximalen „Leistung“ des Gehirns im Alter von rund 25 Jahren erreicht, wonach sie langsam abnimmt. Umfangreiche Forschungen haben jedoch gezeigt, dass regelmäßiges Gehirntraining die Gehirnaktivität deutlich verbessern kann.

„Die Vorstellung, dass das Gehirn ein Leben lang lernfähig bleibt, ist aus wissenschaftlicher Sicht unbestritten“, erläutert die Max-Planck-Gesellschaft. „So können wir bis ins hohe Alter eine Fremdsprache und Yoga lernen, uns Gesicht und Stimme eines neuen Arbeitskollegen merken oder den Weg zu einer neuen Pizzeria“.

Ein Forschungsteam von der Universität Exeter und dem Londoner Kings College hat den Nutzen von Kreuzworträtseln ermittelt und die Ergebnisse der Studie bei der Internationalen Konferenz der Alzheimer-Vereinigung (AAIC) im Jahr 2017 vorgestellt. Wer regelmäßig Kreuzworträtsel löst, hat ein bis zu zehn Jahre jüngeres Gehirn als Altersgenossen, geht aus der Studie hervor. Zuvor hatten Forscher aus den Vereinigten Staaten bewiesen, dass ein Kreuzworträtsel täglich hilft, die verbale Intelligenz zu erhalten.
Auch eine andere Art von Trainingsaufgaben ist für das Gehirn von großem Nutzen. So zeigte eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften im Jahr 2010, dass bereits kurzes motorisches Training großflächige Änderungen auslöst und diese mit den Leistungsverbesserungen zusammenhängen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass schon ein 45-minütiges, einmal wöchentlich durchgeführtes Gleichgewichtstraining eine großflächige Veränderung in der grauen und weißen Substanz bewirke.
Kaffeebohnen - SNA, 1920, 17.02.2021
Forscher: Koffein verändert graue Substanz des Gehirns

5. Beim Schlafen Kopf mitbedecken

Wenn wir beim Schlafen auch den Kopf bedecken, reduzieren wir die Sauerstoffmenge, die in den Körper gelangt. Denn unser Gehirn muss die von uns bereits „aufbereitete“ Luft wieder einatmen, die mit Kohlendioxid gesättigt ist. Besonders im Säuglingsalter sei das gefährlich, da die Kopfbedeckung zu einer signifikanten Kohlenmonoxid-Ansammlung führt, behaupten Ärzte.

6. Strenge Diät

US-Forscher haben herausgefunden, dass Hungern bestimmte Hirnzellen dazu bringt, eigene Strukturen abzubauen. Hungrige Hirnzellen verzehren sich selbst.

Welttag des Gehirns

Der Welttag des Gehirns wurde von dem Weltverband für Neurologie (World Federation of Neurology, WFN) im Jahr 2013 bei dem Weltkongress für Neurologie ins Leben gerufen. Mit diesem Aktionstag betonen die Initiatoren unter anderem die Vorsorge für neurologische Erkrankungen. Nach Angaben vom WFN wird alle fünf Minuten bei jemandem die lebensverändernde Diagnose „Multiple Sklerose“ (MS), eine chronisch-entzündliche neurologische Erkrankung, festgestellt. Heutzutage betrifft sie mehr als 2,8 Millionen Menschen aller Altersgruppen.

Neurologische Erkrankungen in der EU

Neurologische Erkrankungen stellen in der EU die dritthäufigste Ursache von Behinderungen und vorzeitigen Todesfällen dar, teilte die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) vergangenen Herbst mit. In Europa und auch in Deutschland sind demnach fast 60 Prozent der Bevölkerung von einer neurologischen Erkrankung betroffen. So litten im Jahre 2017 in der EU 307 Millionen Menschen an mindestens einer neurologischen Erkrankung. Dies entspricht 60 Prozent der Bevölkerung (512,4 Millionen), hieß es.
In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Frauen und Männer mit einer Demenz, erläutert das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter Verweis auf das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen. Schätzungen zufolge werden es im Jahr 2050 voraussichtlich über zwei Millionen sein. Zusätzlich sei bei schätzungsweise 300.000 Menschen in Deutschland eine Parkinson-Erkrankung bekannt.
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