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Anstieg von Delikten, Toten und Rauschgiftmengen: 10 Fakten zum Nationalen Drogentotengedenktag

© CC0Drogen (Symbolbild)
Drogen (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.07.2021
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Fast jeder Fünfte in Deutschland hat mindestens einmal in seinem Leben eine illegale Droge konsumiert. Etwa ein Drittel aller Tatverdächtigen in Rauschgiftdelikten sind nichtdeutsch. Das Land hat von 2000 bis 2020 wegen Drogen so viele Menschen verloren, wie in Teltow oder Arnstadt wohnen. Hier einige Zahlen zum Drogentotengedenktag.
In Deutschland ist laut dem Bundeskriminalamt (BKA) ein Anstieg der Rauschgiftkriminalität festzustellen. Diese Entwicklung sei auf eine Zunahme der konsumnahen Delikte zurückzuführen. SNA stellt Ihnen zehn Fakten und Zahlen zum Nationalen Drogentotengedenktag vor, der traditionell am 21. Juli begangen wird.

1. Jeder Fünfte konsumierte illegale Drogen

In Deutschland haben 15,2 Millionen Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren und etwa 481.000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren zumindest einmal in ihrem Leben eine illegale Droge konsumiert, teilt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) mit. Zum Jahresende wohnten in Deutschland insgesamt 83.155.031 Menschen, heißt es vom Statistischen Bundesamt. Das bedeutet also, wenn wir die Zahlen umrechnen, dass in Deutschland fast jeder Fünfte (über achtzehn Prozent) damit Erfahrungen gemacht hat. Nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, erhalten mittlerweile mehr als 80.000 Menschen in Deutschland regelmäßige Substitutionsmedikamente im Rahmen einer ärztlichen Behandlung.

2. Permanenter Anstieg von Drogendelikten

Die Zahl der Straftaten durch Drogenhandel und -konsum steigt in Deutschland das neunte Jahr in Folge. So wurden im Jahr 2019 insgesamt 359.747 Drogendelikte registriert und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

3. Anstieg von Tatverdächtigen

Im Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten wurden in Deutschland im Jahr 2019 insgesamt 284.390 Tatverdächtige registriert. Zum Vergleich mit dem Jahr 2018 wurde wiederum ein Anstieg festgestellt – damals waren es 276.021 Tatverdächtige, also ein Plus in Höhe von drei Prozent.
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4. Ein Viertel der Tatverdächtigen ist nichtdeutsch

Von der Gesamtzahl der Tatverdächtigen waren 77.131 nichtdeutsch. Jeder vierte Tatverdächtige (rund 27 Prozent) war also Ausländer. Dabei dominierten türkische Staatsangehörige mit einem Anteil von rund 11 Prozent, gefolgt von polnischen (8 Prozent) und syrischen (7 Prozent) Staatsangehörigen. Dies waren auch die im Vorjahr am häufigsten festgestellten Nationalitäten, hieß es vom BKA.

5. Anstieg von Todesfällen 2020

Im Jahr 2020 wurden 1581 drogenbedingte Todesfälle in Deutschland polizeilich registriert. Dies ist gegenüber dem Vorjahr (2019: 1398 Personen) ein Anstieg von dreizehn Prozent, so die DHS. Demnach zählen zu den Hauptursachen Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin sowie die Kombination mit anderen Substanzen.

Die Lage ist für suchtkranke Menschen durch die Pandemie mehr denn je dramatisch. Viele von ihnen sind durch Corona in eine verstärkte Lebenskrise geraten. Gewohnte Strukturen, persönliche Hilfsangebote und Ansprechpartner sind quasi von einem Tag auf den anderen weggebrochen. Dies kann ein Grund dafür sein, dass sich mehr Drogenkonsumenten als in den Jahren zuvor das Leben genommen haben. Hinter jedem Todesfall steht ein tragisches Schicksal und es sind Zahlen, die traurig machen“, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig.

6. So viele Tote wie Einwohner in Teltow oder Arnstadt

Insgesamt wurden in Deutschland in den Jahren 2000 bis einschließlich 2020 27.086 drogenbedingte Tode registriert, folgt aus den Angaben des Portals „Statista“, die im März 2021 veröffentlicht wurden. Dies entspricht etwa der Einwohnerzahl von den Städten Teltow in Brandenburg (27.097 Einwohner im Jahr 2020) oder Arnstadt in Thüringen (27.072 Einwohner im Jahr 2020).
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7. Schwarzrekordler

Die meisten Drogentoten von den insgesamt 1398 im Jahr 2019 wurden wie auch in den Vorjahren in den bevölkerungsreichen Bundesländern Nordrhein-Westfalen (292 Toten), Bayern (263 Tote) und Berlin (215 Tote) festgestellt, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem im September 2020 veröffentlichten Lagebericht mit. Besonders stark sei der Anstieg mit 73,3 Prozent (26 Tote) in Thüringen ausgefallen. Nordrhein-Westfalen (292 Toten), Bayern (263 Tote) und Berlin (215 Tote) festgestellt, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem im September 2020 veröffentlichten Lagebericht mit. Besonders stark sei der Anstieg mit 73,3 Prozent (26 Tote) in Thüringen ausgefallen.

8. Beliebter Drogen-Dreier

In Deutschland sind 309.000 Personen von Cannabis abhängig, eine Amphetamin-Abhängigkeit liegt bei 103.000 Menschen und eine Kokainabhängigkeit bei 41.000 Personen vor, so die DHS unter Verweis auf die Hochrechnungen des Epidemiologischen Suchtsurveys aus dem Jahr 2018.

9. Anstieg von illegalen Rauschgiftlaboren

In Deutschland wurden im Jahr 2019 insgesamt 31 illegale Rauschgiftlabore sichergestellt. Im Jahr 2018 waren es 19. Dies entspreche einem deutlichen Anstieg in Höhe von 63,2 Prozent. Größtenteils verfügten die aufgefundenen Labore über Kapazitäten zur Deckung des Eigenbedarfs oder zur Versorgung eines lokal begrenzten Abnehmerkreises, hieß es. In einem Fall in Nordrhein-Westfalen erfolgte dagegen die Sicherstellung eines professionellen Großlabors zur Amphetaminherstellung, das über sehr hohe Produktionskapazitäten verfügte, so das BKA in seinem Bericht.
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10. Kokain und Cannabis in der Top

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sind in Deutschland Cannabis das populärste Rauschgiftmittel. Der mit Abstand größte Anstieg der Rauschgiftdelikte sei demnach im Jahr 2019 erneut im Zusammenhang mit Kokaindelikten registriert worden (20.107 Fälle, ein Plus in Höhe von 12,2 Prozent). Auch die Deliktszahlen im Zusammenhang mit Cannabis (217.929 Fälle, ein Plus in Höhe von 3 Prozent), Heroin (10.901 Fälle, +2,1 Prozent), Amphetamin (39.607 Fälle, +1,7 Prozent), Ecstasy (11.653, +1,5 Prozent) und sonstigen Drogenarten (27.821 Fälle +1,5 Prozent) stiegen an. Bei Crystal hingegen wurde ein Rückgang der Delikte verzeichnet (9960, ein Minus in Höhe von 3,9 Prozent), hieß es.

Größte Sicherstellungsmenge von Kokain in Deutschland

Durch eine routinemäßige Kontrolle eines Frachtcontainers aus Südamerika wurde Mitte Juli 2019 die größte Sicherstellungsmenge von Kokain in Deutschland festgestellt, teilte das Hauptzollamt Hamburg mit. Die 4200 Pakete mit insgesamt 4,5 Tonnen Kokain waren in 211 Sporttaschen in einem Container mit Sojabohnen versteckt, der per Schiff aus Montevideo in Uruguay über Hamburg nach Antwerpen in Belgien transportiert werden sollte. Der Straßenverkaufswert wurde auf fast eine Milliarde Euro geschätzt.

Nationaler Drogentotengedenktag

Der nationale Drogentotengedenktag wird bundesweit seit 1998 am 21. Juli begangen. Dazu werden in mehreren deutschen Städten Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Menschen veranstalten, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind. Dieser Aktionstag geht auf eine Initiative von Angehörigen eines Drogentoten zurück und hat zum ersten Mal 1998 in Gladbeck stattgefunden.
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