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Мусор после проливных дождей в Бад-Нойенар-Арвайлере, Германия  - SNA, 1920
Hochwasser in Deutschland
Aktuelle Informationen zu Hochwasser in Deutschland

Klimawandel als sichere Ursache der Hochwasserkatastrophe? – Klimaforscher bringt es auf den Punkt

© REUTERS / YVES HERMANÜberschwemmung in Deutschland
Überschwemmung in Deutschland - SNA, 1920, 21.07.2021
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War der Starkregen einfach Unwetter, das alle paar Jahrzehnte passiert, oder ist der Klimawandel schuld? Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erinnert im SNA-Gespräch, dass die Klimaforschung seit Jahrzehnten vor der Zunahme der Häufung und Intensität von Extremwetterereignissen durch den menschgemachten Klimawandel warnt.
„Nicht das Einzelereignis selbst, sondern die Summe und Häufung der Ereignisse vielerorts auf der Welt passen in das Bild einer sich erwärmenden Welt“, so der Meteorologe und Klimaforscher. „Kritische Wetterlagen können, wie auch in diesem Fall, dann an Extremheit zulegen. Nicht nur weil es kräftiger regnet, sondern auch weil sich Wetterlagen verlangsamen. Eine Kombination, die auch Gegenstand der aktuellen Klimaforschung ist.“
Auf die Frage, warum die Infrastruktur der Kommunen für solche Wetterphänomene gar nicht ausgelegt ist, sagte Hoffmann: „Wetterextreme, die zu Katastrophen führen, sind sehr selten und für uns in Deutschland oftmals sehr weit weg. Wir haben zwar die Flusshochwasser von 1997, 2002, 2013 noch in Erinnerung, jedoch hat sich im Umgang mit Naturkatastrophen grundlegend nur wenig geändert. Unsere Infrastruktur ist und bleibt besonders dort gegenüber derartigen Extremen anfällig, wo die Flächen stark versiegelt sind und wir in Naturräume vorgedrungen sind, die nah an potentiellen Überflutungsflächen liegen. Bislang hatten Risiken durch Wetterextreme nicht den Stellenwert in der Infrastrukturplanung, die sie haben müssten. Das wird sich nun sicher etwas ändern.“
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Wird die Gefahr der Überflutung von Menschen unterschätzt?

„Wer noch keine direkte Betroffenheit erlebt hat, der neigt eher dazu, Gefahren und somit auch Warnungen vor Gefahren zu unterschätzen“, so der Meteorologe. „Die Situation für die betroffenen Ortschaften in den Krisengebieten war speziell, und die Informationskanäle waren nicht optimal abgestimmt. Anders als bei großen Flusshochwassern, ist die unmittelbare Vorwarnzeit für rasch ansteigende Wasserstände von kleineren Flussläufen sehr kurz. Somit ist es auch möglich, dass nicht alle Gefährdeten erreicht werden können. Kommunale Organisationen wie die Feuerwehren können sich letztendlich nur auf das Notwendigste konzentrieren.“
„Als Instrument zur unmittelbaren Warnung der Bevölkerung vor Katastrophen, werden Sirenen von vielen Akteuren als sehr sinnvoll erachtet“, so Hoffmann weiter. „Das schützt Leben. Schutz- und Anpassungsmaßnahmen der Infrastruktur und materiellen Güter vor wiederkehrenden Ereignissen von diesem Ausmaß sind jedoch begrenzt, teuer und langwierig. Mehr Überflutungsflächen zu schaffen wäre eine Maßnahme, um kritische Situationen abzumildern. Letztendlich aber müssen auch Neubewertungen von z.B. Bauland erfolgen, um den Zuwachs an kritischen Infrastrukturen zu bremsen“, sagt der Klimaforscher abschließend.
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