Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Projekt „Pegasus“: Macrons Handy war wohl im Visier der Spionagesoftware

© SNA / Alexej Witwitskij / Zur BilddatenbankFrankreichs Präsident Emmanuel Macron vor den Flaggen von Frankreich und der EU (Symbolbild)
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor den Flaggen von Frankreich und der EU (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.07.2021
Abonnieren
Die Telefonnummern des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, seines damaligen Premierministers Edouard Philippe und der vierzehn amtierenden Minister sind 2019 von marokkanischen Geheimdiensten für eine mögliche Spyware-Überwachung ausgewählt worden. Darüber schreibt die Zeitung „Le Monde“.
Diese Telefonnummern sind laut einer Recherche der Organisationen Forbidden Stories und Amnesty International Teil einer Liste von mehr als 50.000 Nummern, die im sogenannten „Pegasus-Projekt“ vereint sind. Pegasus ist eine der fortschrittlichsten Spywares weltweit, die von der israelischen Firma NSO Group hergestellt wurde. Das Vorhandensein einer Nummer auf dieser Liste bedeutet, dass sie als Ziel möglicher Überwachung durch NSO-Kunden ausgewählt wurden.
Eine der zwei Nummern von Macron, die er Berichten zufolge seit mindestens 2017 und bis in die letzten Tage regelmäßig verwendet, tauchte ebenfalls auf der Liste auf. Es sei jedoch unklar, ob Macrons Handy je wirklich mit Pegasus infiziert war.
Der Elysee-Palast teilte auf Anfrage von „Le Monde“ mit: „Wenn die Fakten wahr sind, sind sie offensichtlich sehr ernst.“ Man werde alles tun, um die Situation aufzuklären.
Medienberichten zufolge wurde die Spionagesoftware Pegasus für die Überwachung von Verbrechern und Terroristen genutzt, aber auch fürs Ausspähen von Geschäftsleuten, Aktivisten, Journalisten und Oppositionellen weltweit eingesetzt.
Der britische Premierminister Boris Johnson (Archivfoto) - SNA, 1920, 30.04.2021
Boris Johnsons Handynummer steht seit 15 Jahren offen im Internet – Medien
Laut der Zeitung „Financial Times“ sammelten Geheimdienste und Regierungen mithilfe von Pegasus Daten von Smartphones einzelner Personen. Das Programm könne auf Daten in der Cloud zugreifen, zum Beispiel auf alle Aufenthaltsorte einer Person, archivierte Nachrichten und Fotos. Die NSO Group erklärte, dass das Programm nur an verantwortliche Regierungen verkauft wurde, um Terroranschläge und andere Verbrechen zu verhindern. Sie bestritt darüber hinaus, jemals eine Liste „potenzieller, früherer oder bestehender Ziele“ geführt zu haben.
In Frankreich hat die Internet-Zeitung „Mediapart“ eine Klage eingereicht, laut der zwei ihrer Journalisten mithilfe von Pegasus von marokkanischen Geheimdiensten ausgespäht wurden. Es folgten auch einige weitere Klagen. Die Staatsanwaltschaft hat nun Ermittlungen aufgenommen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала