Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Katastrophe wegen Nord-Stream-2-Deal? Russischer Botschafter spricht von unfairer Konkurrenz

© SNA / Jekaterina SolowjewaRohrlager auf der Baustelle der Gaspipeline Nord Stream 2 in Sassnitz
Rohrlager auf der Baustelle der Gaspipeline Nord Stream 2 in Sassnitz - SNA, 1920, 21.07.2021
Abonnieren
Ein möglicher Deal zwischen Washington und Berlin über Nord Stream 2 wird laut dem republikanischen US-Senator Ted Cruz eine Katastrophe für die USA sein. Aus der Sicht des russischen Botschafters in den USA Anatoli Antonow sind die Vorwürfe gegen die Gaspipeline Ausdruck von unfairer Konkurrenz.
Cruz kommentierte jüngst die Medienberichte, wonach die USA vor einer Einigung mit Deutschland über Nord Stream 2 stehen sollen. Laut der US-Zeitung „The Wall Street Journal“, die sich auf offizielle Vertreter aus Deutschland und den Vereinigten Staaten beruft, ist eine Einigung erzielt worden und könnte bereits am Mittwoch verkündet werden.

„Wenn die Berichte und Details des Deals richtig sind, wird das ein geopolitischer Generationssieg von (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin und eine Katastrophe für die USA und unsere Verbündeten sein“, heißt es auf der Webseite von Cruz.

Laut seinen Worten verstößt Präsident Joe Biden gegen das US-Gesetz. Er warf ihm vor, Putin völlig aufgegeben zu haben.

Russischer Botschafter spricht von unfairer Konkurrenz

Die US-Opposition gegenüber der Gaspipeline Nord Stream 2 ist laut dem russischen Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, Ausdruck unfairer Konkurrenz, weil die Gaspipeline nur ein Wirtschaftsprojekt ist.
„Ich verstehe nicht, warum wir politische Instrumente einsetzen sollen, um auf jemanden Druck auszuüben, um Vorsprung zu haben. Bei aller Achtung vor den amerikanischen Freunden – dieser Administration möchte ich sagen, dass es unfaire Konkurrenz auf internationalen Märkten ist. Wir wollen solche Methoden nicht sehen“, so Antonow gegenüber dem TV-Sender „RT America“.
Der Botschafter hofft aber laut seinen Aussagen darauf, dass man in den USA den ausschließlich kommerziellen Charakter des Problems begreifen würde.
Verhandlungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus. Washington, 15. Juli 2021 - SNA, 1920, 20.07.2021
Abkommen USA-Deutschland zu Nord Stream 2: Bloomberg gibt Details bekannt
Zuvor hatte Bloomberg gemeldet, dass sich die Vereinigten Staaten und Deutschland auf eine Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2 geeinigt hätten. Laut dem Entwurf des Abkommens planen unter anderem die USA und Deutschland Investitionen in Höhe von bis zu einer Milliarde US-Dollar in den sogenannten „Grünen Fonds“, um die Umstellung der Ukraine auf sauberere Energiequellen zu unterstützen.

Bundesregierung zurückhaltend

Die Bundesregierung hat zurückhaltend auf Berichte über eine Einigung mit Washington über die Gaspipeline Nord Stream 2 reagiert. Ein Regierungssprecher sagte am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, wie die Bundeskanzlerin in der vergangenen Woche gesagt habe, stehe die Bundesregierung unter anderem auch zum Thema Nord Stream 2 im Austausch mit der US-Regierung. „Diese Gespräche werden fortgeführt.“

Nord Stream 2

Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen der Pipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Die Gasleitung soll von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland verlaufen.
Es ist vor allem Kiew, das aus Angst vor Einnahmeverlusten bei dem russischen Gastransit durch sein Territorium entschieden gegen die Pipeline auftritt. Auch die Vereinigten Staaten, die ihr Flüssigerdgas (LNG) in der Europäischen Union abzusetzen versuchen, weisen das Projekt zurück. Im Dezember 2019 hatten die USA restriktive Maßnahmen gegen Unternehmen verhängt, die am Bau der russischen Gaspipeline beteiligt waren, weshalb der Bau unterbrochen werden musste. Ein Jahr später wurde die Rohrverlegung wieder aufgenommen.
Nun ist Nord Stream 2 zum größten Teil fertiggebaut: Anfang Juni war der erste Strang der Gaspipeline in Betrieb genommen worden. Dieser wird mittlerweile für die Befüllung mit Gas vorbereitet. Der zweite Strang kann bis Ende August fertiggestellt werden.
Moskau hat wiederholt dazu aufgerufen, die politische Instrumentalisierung der Situation zu unterlassen. Unter anderem verwies Moskau darauf, dass die Gaspipeline nicht nur für Russland, sondern auch für die Europäische Union vorteilhaft sei. Berlin hat ebenfalls immer für eine Fertigstellung plädiert und einseitige exterritoriale Sanktionen der USA abgelehnt.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала