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Begriff „Haiattacke“ schürt Vorurteile: Australien will faire Sprachregelung für Raubfische

© AFP 2021 / -Hai (Symbolbild)
Hai (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.07.2021
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Australien möchte Haien gegenüber künftig nicht mehr so voreingenommen sein. Der Grund: Auch Menschen stellen für die Raubfische eine Gefahr dar. Wissenschaftler fordern daher, auf Begriffe wie „Haiattacke“ und „Haiangriffe“ allgemein zu verzichten.
Die australischen Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Massenmedien im Laufe der Jahre eine „Angstkultur“ um die Haie entwickelt haben und sie teilweise als Feinde des Menschen darstellen – ein äußerst negatives Bild, das die Bemühungen um den Schutz dieser Meerestiere beeinträchtigt.
Panische Darstellungen von Menschen und Politikern, aber auch seitens der Medien und Filmindustrie hätten die Wörter bestimmt, mit denen man heutzutage Haivorfälle beschreibt, sagt Leonardo Guida, ein Haiforscher der Australian Marine Conservation Society. Einige Änderungen in unserem Vokabular seien erforderlich, um populäre Mythen rund um Haie – wie etwa sie seien hemmungslose Menschenfresser – zu zerstreuen, so Guida.

Sind Haie wirklich so gefährlich?

Tatsächlich sind Haie selten darauf aus, einen Menschen zu attackieren, versichern Wissenschaftler. Viele Menschen sprechen fälschlicherweise von „Angriffen“, wenn sie versehentlich auf sogenannte Wobbegongs (Teppichhaie) treten. Darüber hinaus beweisen immer mehr Hai-Videos im Internet, dass die Fische friedlich neben Surfern schwimmen. Zu Angriffen kommt es nur dann, wenn Lichter auf das Surfbrett aufgetragen sind – und in einigen weiteren Fällen, die demnächst in einem Sonderbericht von Hai-Spezialisten dargelegt werden sollen.

Nicht alle haben Verständnis für Haie

Viele Opfer von „Haivorkommnissen“ sind jedoch mit der geplanten Sprachregelung unzufrieden. „Man kann den Ruf von Haien nicht in einem solchen Ausmaß ‚aufpolieren‘. Es ist ja nicht so, dass Haie dir höflich auf die Schulter klopfen und fragen, ob du gefressen werden willst“, sagte Dave Pearson, eines der Mitglieder des Shark Attack Survivors Klubs.
Dennoch ist bereits eine freundlichere Haltung gegenüber Haien zu beobachten. In New South Wales wechselt das Department of Primary Industry in seinen Jahresberichten allmählich von der Bezeichnung von Hai–Mensch Kontakten als „Attacken“ zu „Vorfällen“. Auch die Beamten von Queensland sagten neulich auf einem den Haien gewidmeten Symposium, dass der Staat die Formulierung „Bisse“ dem Wort „Angriffe“ bevorzugen würde.
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