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Corona-Erbgut als Ziel für Medikament: Forscher identifizieren mögliche Wirkstoffe

Mikroskop (Symbolbild) - SNA, 1920, 21.07.2021
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Das Erbgut des Sars-Coronavirus-2 hat 15 Stellen, die relativ resistent gegen Mutationen sind und deshalb für die Entwicklung eines Medikaments taugen. Forscher unter Koordination der Goethe-Universität Frankfurt konnten nun drei Moleküle identifizieren, die in die Vermehrung des Virus eingreifen.
Um sich im Körper zu vermehren, muss das Sars-Coronavirus-2 eine Zelle befallen, in die es sein Erbgut einschleust. Nach einer Infektion wird die Zelle umprogrammiert und beginnt zunächst Teile von Viren zu produzieren und schließlich diese zu ganzen Viren zusammenzufügen. Medikamente gegen das Virus wurden allerdings überwiegend gegen die Oberfläche des Virus entwickelt, etwa Antikörper, die das Spike-Protein blockieren und so das Virus vom Eintritt in Zellen abhalten. Dabei kann auch ein Eingriff in das Virenerbgut die Vervielfältigung in den Zellen aufhalten und so ebenfalls eine Infektion im Körper zurückdrängen.
Ein internationales Forscherteam unter Koordination der Goethe-Universität Frankfurt hat auf dieser Linie einen Fortschritt erreicht. Zunächst verglichen diese Genome verschiedener Coronaviren und stießen auf 15 kurze Abschnitte des Sars-Coronavirus-2, die mit anderen Viren stark übereinstimmen. Daraus schlossen sie, dass diese Stellen besonders wichtig für das Bestehen des Virus sind und darum nur sehr selten mutieren.
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Geeignete Moleküle könnten die Virusvermehrung stören

Sie durchsuchten eine sogenannte Substanzbibliothek mit verschiedenen chemischen Molekülen auf solche, die an diese 15 Stellen binden können und stießen auf insgesamt 69 Stoffe, die an insgesamt 13 dieser davon andocken können. „Drei der Moleküle banden sogar spezifisch an nur einen RNA-Abschnitt. Wir konnten damit zeigen, dass sich die Sars-Cov-2-RNA sehr gut als potenzielle Zielstruktur für Medikamente eignet. Angesichts der zahlreichen Mutationen von Sars-Cov-2 sind solche konservativen RNA-Abschnitte, wie wir sie identifiziert haben, für eine Wirkstoffentwicklung besonders interessant. Und da in einer infizierten Zelle die Viren-RNA bis zu zwei Drittel der gesamten RNA ausmacht, sollten wir mit geeigneten Molekülen die Virusvermehrung erheblich stören können“, erklärt Harald Schwalbe in einer Pressemitteilung der Universität.
Nähere Untersuchungen dieser Substanzen haben nun begonnen. Ihre Wirksamkeit hängt davon ab, ob sie tatsächlich ihren Weg in die Zellen finden und dort dann nur in die Vermehrung des Virus eingreifen, ohne andere Prozesse zu behindern.
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