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„Ich stand 18 Meter unter dem Wasserspiegel“: Baggerfahrer nach Einsatz am Damm in Euskirchen

© AP Photo / Frank JordansInnenminister Horst Seehofer und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet besuchen Steinbachtalsperre in Euskirchen
Innenminister Horst Seehofer und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet besuchen Steinbachtalsperre in Euskirchen  - SNA, 1920, 20.07.2021
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Nach heftigen Regenfällen ist es in mehreren Bundesländern zu Überflutungen gekommen. Auch der Kreis Euskirchen gehört zu den besonders stark vom Hochwasser betroffenen Regionen. Der Baggerfahrer Hubert Schilles hat in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ seinen Einsatz an der Steinbachtalsperre in Euskirchen geschildert.
Mit seinem Bagger hatte sich der Geschäftsführer einer Tiefbaufirma aus der Region Hubert Schilles am vergangenen Donnerstag bereit erklärt, den Abfluss der Steinbachtalsperre freizuräumen. Dort war befürchtet worden, dass der Damm brechen könne, wenn es nicht gelänge, Druck von der übervollen Talsperre zu nehmen.
Auf die Frage eines Zeitungsreporters, wie er auf die Idee gekommen war, dort zu baggern, antwortete Schilles, man habe ihn mit der Frage angerufen, ob es eine Möglichkeit gebe, dort reinzufahren. Dabei habe man davor gewarnt, dass es lebensgefährlich sei.
Die Wand der Talsperre sei 18 Meter hoch, so Schilles weiter. Sie bestehe aber nicht aus Beton, sondern aus Boden, Kies und Steinen. Die Wand ist ihm zufolge von der Wasserseite aus asphaltiert, damit sie wasserdicht ist.
„Es wäre auch nichts passiert, wenn die nicht übergelaufen wäre. Aber so war der Abfluss auf der Bodenseite verschlossen“, zitierte das Blatt den Bagger.
„Deshalb stand ich unten am Auslaufrohr, 18 Meter unter dem Wasserspiegel, und habe das Rohr freigemacht.“ Wenn der Damm gebrochen wäre, hätte es keine Überlebenschance gegeben. Aber es habe funktioniert, seit 18.31 Uhr am Donnerstag sei Wasser aus dem Rohr geflossen.
Des Weiteren fragte der Reporter danach, ob das nicht auch gefährlich war, als der Baggerfahrer den Abfluss freigemacht hatte und das Wasser gekommen war.
„Nein, da gibt es zwei Schieber, die müssen beide geöffnet werden. Ein ganz wichtiger Mann war der Herr Lorenz, der muss erwähnt werden. Der ist ein ganz feiner Mensch“, antwortete Schilles.
Er sei runtergegangen in den Stollen und habe geschaut, dass er den Schieber per Hand freibekomme. Der sei sonst elektrisch angetrieben.
Durch den Abfluss konnten dann jeweils 6000 Liter in der Sekunde abfließen. Bis zum Montagmorgen blieb aber die Lage noch angespannt. Jetzt besteht keine Gefahr mehr.
BBK-Chef Armin Schuster (Archivbild) - SNA, 1920, 19.07.2021
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Am Montag hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in seiner Ansprache an der Steinbachtalsperre den Baggereinsatz als beispielhafte Zivilcourage gewürdigt.

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Nach aktuellem Stand sind bei der Unwetterkatastrophe in Deutschland mindestens 165 Menschen ums Leben gekommen, davon 117 im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, 47 in NRW und eine Person im Landkreis Berchtesgadener Land. Viele weitere werden vermisst. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verursachte die Naturkatastrophe bislang am meisten Schäden. Besonders stark betroffen sind in Rheinland-Pfalz der Landkreis Ahrweiler, das Gebiet Eifel und die Stadt Trier. In Nordrhein-Westfalen sind es die Städte Hagen und Wuppertal sowie der Kreis Euskirchen, der Rhein-Sieg-Kreis und Teile des Bergischen Landes.
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