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Für Gesundheit und richtiges Klima: 10 Regeln für frische Luft

CC BY-SA 4.0 / Herzi Pinki / Wikimedia Commons (cropped)Eine Katze im offenen Fenster (Greifenburg, Österreich)
Eine Katze im offenen Fenster (Greifenburg, Österreich) - SNA, 1920, 20.07.2021
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Wir verbringen 90 Prozent unseres Lebens in geschlossenen Räumen, besagen Umfragen. Die Raumluft kann dabei bis zu fünfmal stärker mit Schadstoffen belastet sein als die Außenluft. Wir haben nach Experten-Tipps gestöbert, die zeigen, wie man selbst in Räumen, sei es zu Hause oder im Büro, frische Luft schnappen kann.
Die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) am Umweltbundesamt hat im August 2020 in ihrer Stellungnahme regelmäßiges Lüften durch Stoß- und Querlüften oder über Lüftungstechnik in den Räumen empfohlen. Dies könne das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 deutlich reduzieren.
Hier sind ein paar Regeln seitens unterschiedlicher Experten zur richtigen Raumlüftung:

1. Faustregel

Im Wohnzimmer, Kinderzimmer und in der Küche sollten 20°C, im Bad 21°C, nachts im Schlafzimmer 14°C eingehalten werden, erläutert der Deutsche Mieterbund (DMB). Die anderen Experten nennen eine Temperatur zwischen 16 und 19 Grad als ideal zum Einschlafen. Wie dem auch sei, gilt dies als Faustregel: Je kühler die Zimmertemperatur, desto öfter muss gelüftet werden, so der DMB.

2. „Nein“ zu ständig gekippten Fenstern

Wenn Fenster über längere Zeit oder immer gekippt bleiben, erhöht das den Energieverbrauch und die Heizkosten drastisch, besagt das Umweltbundesamt. Ein nachts im Schlaf- oder Kinderzimmer (bei gedrosselter Heizung) gekipptes Fenster sollte selbstverständlich tagsüber geschlossen werden, so die Behörde weiter.

3. Häufigere Lüftung bei größerer Menschenzahl

Klar, dass eine größere Zahl an Menschen eine höhere Luftfeuchtigkeit sowie einen höheren CO2-Wert verursacht. Beim Gäste-Empfang oder Zusammenarbeiten mit vielen Kollegen in einem und demselben Büroraum wäre es empfehlenswert, lieber einmal öfter zu lüften, als sonst, erklärt Hoval, der Heizungs- und Lüftungshersteller mit Hauptsitz in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein.
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4. Nach Duschen, Kochen und Co.

Die feuchtesten Räume in jedem Haus sind das Badezimmer und die Küche, deswegen sollte man diese nach dem Duschen beziehungsweise dem Kochen sofort lüften. Auf diese einfache Weise wird die Schimmelbildung vermieden. Dieselbe Regel gilt auch beim Bügeln und Wäschetrocknen.

5. Mehr Licht

Wir brauchen nicht nur frische Luft, sondern auch viel Tageslicht, um uns gesund und munter zu fühlen, erläutert das Portal „Ratgeberzentrale. Wo auch immer das sei – im eigenen Zuhause oder am Arbeitsplatz, sollte man so viel natürliches Licht wie nur möglich in den Raum reinlassen. Ihr Schreibtisch sollte näher am Fenster stehen, wenn es geht – so sind Sie mit Tageslicht gut versorgt.

6. Einmal täglich genügt nicht

Für eine richtige Lüftung sollte man die Fenster etwa fünf Minuten lang ganz öffnen, so der DMB. Es geht um so genanntes Stoßlüften. Dabei ist es wichtig nicht zu vergessen, dass einmal täglich zu lüften nicht genügt. Vormittags und nachmittags soll man die Zimmer nochmals lüften, in denen sich Personen aufgehalten haben. Abends sei ein kompletter Luftwechsel inklusive Schlafzimmer vorzunehmen. Dasselbe, also ein erneuter kompletter Luftwechsel, sollte durchgeführt werden. Am besten Durchzug machen, ansonsten in jedem Zimmer das Fenster weit öffnen, hieß es.
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7. Querlüften

Querlüften ist noch besser als Stoßlüften, so Hoval.
„Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster und lassen Sie die frische Luft richtig durchziehen. So entsteht ein Luftzug, der die Luftfeuchtigkeit im wahrsten Sinne des Wortes aus den Fenstern weht und zudem dazu beiträgt, Bakterien und Viren am schnellsten aus der Luft zu entfernen“, empfehlen die Heizungs- und Lüftungsexperten aus Liechtenstein.
Für die Fensterlüftung sei drei bis fünfmal ein Zeitraum von je zehn Minuten zu planen.

8. Auch bei Regen

Die Experten von DMB empfehlen auch bei Regenwetter zu lüften. Wenn es nicht gerade zum Fenster hereinregne, sei die kalte Außenluft trotzdem trockener als die warme Zimmerluft.

9. Kellerräume und richtiges Zirkulieren der Raumluft

Wenn warme Luft im Sommer in die Kellerräume gelangt, wo die Außenwände relativ kalt sind, kann sich dort die Luftfeuchtigkeit an der kalten Kellerwand niederschlagen, weist das Umweltbundesamt hin und fügt hinzu, es könne dadurch zu Schimmelpilzwachstum kommen.
„In den Sommermonaten sollten in Kellerräumen daher nicht am Tag, sondern vorzugsweise nachts bzw. in den frühen Morgenstunden gelüftet werden“, so die Behörde.
Selbstverständlich sei auch im Winter in Kellerräumen eine verstärkte Lüftung sinnvoll. Im Winter könne sie zu jeder Tageszeit erfolgen. Das Portal „Utopia“ für die nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft rät, immer mindestens zehn Zentimeter Platz zwischen Mauer und Möbeln zu lassen, damit die Raumluft dort richtig zirkulieren kann.

10. Kondenswasser am Fenster: ein Zeichen für falsches Lüften

Ein Zeichen für falsches Lüft- beziehungsweise Heizverhalten ist Kondenswasser am Fenster, so „Utopia“. Die Sache ist die, dass die Fensterscheiben oft die kältesten Stellen im Raum sind. Dort lagere sich die Feuchtigkeit ab, wenn sie nicht durch richtiges Lüften aus dem Fenster gelassen werde. Wenn sich also Wassertropfen an Fensterscheiben bilden, sollte man richtig lüften, hieß es.
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„Indoor Generation“

Die heutige Generation der Deutschen verbringt durchschnittlich 90 Prozent ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. Wobei man denkt, dass es nur 64 Prozent wären. Dies folgt aus der YouGov-Umfrage über die so genannte „Indoor-Generation“, die in vierzehn Ländern durchgeführt und von der Velux Gruppe, einem dänischen Hersteller von Fensterkonstruktionen, im Frühjahr 2018 präsentiert worden ist. Demnach könne die Raumluft bis zu fünfmal stärker mit Schadstoffen belastet sein als die Außenluft. 83 Prozent der befragten Deutschen seien sich laut einer YouGov-Umfrage dessen nicht bewusst.
Als „Indoor Generation“ wurde in dieser Umfrage eine wachsende Zahl von Menschen bezeichnet, die im Vergleich zu früheren Generationen den weitaus größten Teil ihrer Zeit in geschlossenen Räumen verbringe – aktuell nun 90 Prozent ihres Lebens.

Viele Deutsche lüften falsch im Sommer

Zwei Drittel der Deutschen (62 Prozent) sind fälschlicherweise davon überzeugt, dass ausgiebiges Lüften in den Sommermonaten die Bildung von Schimmel vermeide. Nur jeder Fünfte (19 Prozent) weiß, dass auch im Sommer Stoßlüften die richtige Wahl ist. Dies hat das Fachunternehmen Isotec, der Spezialist in der Prävention und Beseitigung von Schimmelbefall und Feuchtigkeit im Haus, im Jahr 2015 mitgeteilt.
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