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Myanmar: Enger Vertrauter von entmachteter Regierungschefin stirbt in Gefängnis an Corona

© CC0 / Pixabay/Ichigo121212Gefängnis (Symbolbild)
Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.07.2021
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In Myanmar ist am Dienstagmorgen Nyan Win, ein enger Vertrauter der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi, in Haft an den Folgen von Covid-19 gestorben. Das teilte das Nachrichtenportal „Myanmar Now“ unter Verweis auf einen Verwandten des Politikers mit.
Wie eine Ärztin des Yangon General Hospitals gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte, war der 78-Jährige am 11. Juli vom berüchtigten Foltergefängnis Insein in die Klinik gebracht worden. Da sei er schon in einem sehr kritischem Zustand gewesen.
„Die Covid-19-Situation in Yangon ist sehr schlimm. Für alte Menschen in den Gefängnissen ist es besonders schlimm. Es tut uns sehr leid für ihn“, betonte sie.
Ein Verwandter sagte gegenüber dem Portal, Nyan Win habe vor seinem Tod sehr leiden müssen.
„Noch gestern war sein Sauerstoffgehalt 95 bis 97 Prozent gewesen. Aber heute Morgen gegen 4 Uhr wurde sein Zustand auf der Intensivstation kritisch. Er starb, nachdem er wirklich gelitten hatte“, zitiert das Blatt den Verwandten.
„Das Militär ist verantwortlich für alles, was passiert ist. Weil sie so machthungrig waren, muss unser Land ein solches Chaos durchmachen.“
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Der frühere Sprecher von Suu Kyis Partei „Nationale Liga für Demokratie“ (NLD) war wenige Wochen nach dem Putsch vom 1. Februar festgenommen worden – wie viele andere Mitglieder der NLD auch. Er litt laut Medienberichten an Diabetes und Nierenproblemen. Suu Kyi sitzt weiter im Hausarrest.

Corona-Stand in Myanmar

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (Stand 19. Juli, 17:42 MESZ) haben sich 234.710 Menschen in Myanmar mit dem Coronavirus angesteckt. 5281 Menschen sind mit oder an dem Erreger gestorben.
Die Corona-Lage in Myanmar ist dramatisch. Allein in den vergangenen Tagen seien in der größten Stadt Yangon mehr als 1000 Tote auf drei großen Friedhöfen beerdigt worden, berichteten lokale Medien und Bestattungsunternehmen. Die Lage bleibt aber unübersichtlich. Die wahre Zahl der Kranken und Toten soll Ärzten und Beobachtern zufolge viel höher sein als die offizielle Statistik der Junta.
„Die meisten Toten wurden nicht als Covid-19-Opfer bestätigt, weil sie ohne Tests in ihren Häusern gestorben sind“, sagte ein Mann in Yangon, der bei den Beerdigungen hilft.
„Aber die Zahl der Toten ist in diesen Tagen stark gestiegen.“

Putsch in Myanmar

Anfang Februar hatte das myanmarische Militär die gewählte Regierung unter Aung San Suu Kyi durch einen Staatstreich gestürzt. Die De-Facto-Regierungschefin und andere führende Politiker wurden festgenommen.
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Begründet wurde der Putsch mit dem Vorwurf einer angeblichen Wahlfälschung zugunsten der Regierungspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD) und der Unwilligkeit der Staatsspitze, den Wahlbetrug aufzuklären.
Seitdem befindet sich das Land offiziell im Ausnahmezustand. Die neue Militärregierung hatte Neuwahlen binnen eines Jahres versprochen.
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