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„System Kirche hat versagt“: Kardinal Marx bittet für Missbrauchsfälle in Garching um Entschuldigung

© Foto : Erzbischöfliches Ordinariat München (EOM) / Lennart PreissErzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (Archiv)
Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (Archiv) - SNA, 1920, 18.07.2021
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Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat die Gemeinde Garching an der Alz im oberbayerischen Landkreis Altötting besucht, gab das Erzbistum bekannt.
Der Kardinal nahm dort demzufolge an einer Andacht teil, die im Anschluss an Gespräche mit Vertretern des Pfarrverbands Garching-Engelsberg am Samstag stattfand. Marx entschuldigte sich für das Versagen der Institution Kirche im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen in der Gemeinde und räumte Fehler ein.
„Dass ein Pfarrer, der des Missbrauchs überführt war, bei Ihnen eingesetzt war, ist eine Katastrophe, und ich entschuldige mich. Das System Kirche hat versagt“, sagte der Erzbischof laut der Mitteilung.
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Ein wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Priester war rund 20 Jahre lang in Garching tätig gewesen, obwohl er zuvor in einer anderen Gemeinde Kinder missbraucht hatte und dafür auch verurteilt worden war. Nach Angaben des Bistums wurde er nach seiner Versetzung nach Garching, die in die Zeit fällt, bevor Marx zuständiger Bischof war, wieder rückfällig. Drei Betroffene hätten sich gemeldet, die dem Mann vorwerfen, sie missbraucht zu haben.
Missbrauch sei ein „Verrat an der Botschaft Jesu“, sagte der Kardinal und rief dazu auf, genau hinzusehen:
„Ich kann Sie nur alle bitten, aufmerksam zu sein, zu hören: Gibt es noch andere Opfer, gibt es noch Menschen, die ihre Geschichte erzählen wollen?“
Marx wurde eigenen Angaben zufolge deutlich, „dass Aufarbeitung eine lange Geschichte ist“. Sowohl die Kirche als auch er persönlich als Bischof hätten das unterschätzt. Zudem sei der Weg der Aufarbeitung noch lange nicht zu Ende. Zugleich müsse in die Zukunft geschaut werden.
„Der zweite Strang der Aufarbeitung ist ja die Reform, die Erneuerung, der synodale Weg.“
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Die Kirche müsse aus dem Skandal lernen. Wenn der Schock nicht zu einer Reform führe, dann „weiß ich nicht, wie groß der Schock sein muss“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Erzbischof.
„Ich habe jetzt keinen konkreten Punkt, wo ich sage, da habe ich jetzt was vertuscht“, sagte Marx. Aber: „Ich kann doch von mir nicht behaupten, ich hätte immer alles ganz genau gewusst.“
Manchmal habe er womöglich nicht genau genug hingeschaut.
„Hätte ich mich nicht anstrengen müssen, mehr zu wissen?“, fragte der Geistliche. „Das empfinde ich als Schuld.“
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Der 67 Jahre alte Kardinal hatte am 21. Mai in einem Brief an Papst Franziskus seinen Amtsverzicht angeboten. Der Pontifex lehnte Marx‘ Rücktritt ab. Für dieses Jahr wird ein Gutachten über den Garchinger Fall sowie andere Fälle von sexuellem Missbrauch im Erzbistum München und Freising erwartet. Dort soll vor allem herausgearbeitet werden, wie sexueller Missbrauch von Priestern im Bistum möglich wurde und ob hochrangige Geistliche Täter schützten.
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