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Wegen steigender Gewalt durch Islamisten: UN-Generalsekretär will Mali-Einsatz ausweiten

© REUTERS / John Thys/PoolUN-Generalsekretär Antonio Guterres auf dem EU-Gipfel in Brüssel (Symbolbild)
UN-Generalsekretär Antonio Guterres auf dem EU-Gipfel in Brüssel (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.07.2021
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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat den UN-Sicherheitsrat gebeten, wegen steigender Gewalt durch islamistische Terrorgruppen zusätzliche Truppen für die Friedensmission in Mali zu autorisieren. Darüber berichten die internationalen Nachrichtenagenturen unter Verweis auf einen UN-Bericht am Freitagabend.
Nach Informationen von Reuters will Guterres die seit 2013 laufende Minusma-Mission zur Unterstützung des Friedensprozesses in Mali um 2069 Soldaten und Polizisten aufstocken. Mehr als 15.000 Militärs sind Reuters zufolge für den Einsatz in dem westafrikanischen Staat bereits autorisiert worden.
„Die Aufstockung der Kapazität des uniformierten Personals der Minusma würde die Fähigkeit der Mission zum Schutz der Zivilbevölkerung in Zentralmali verbessern und weiteren Raum für den Friedensprozess im Norden schaffen“, zitiert Reuters den UN-Generalsekretär.
Helikopter der Bundeswehr (Archivbild) - SNA, 1920, 02.06.2021
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Mit der Aufstockung strebt Guterres an, gegen die zumeist mit Al-Qaida und dem „Islamischen Staat“ liierten islamistischen Kämpfer vorzugehen. Diese weiteten in letzter Zeit die Operationen von ihren Hochburgen in der Wüste im Norden auf das Zentrum Malis und die Nachbarländer aus, erklärt Guterres. Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) verweist insbesondere auf den Angriff eines Selbstmordattentäters auf eine Patrouille nordöstlich der Stadt Gao vor drei Wochen, der zur Verletzung von 13 UN-Soldaten führte – zwölf Deutschen und einem Belgier. Die islamistische Terrorgruppe JNIM, die mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida verbunden ist, bekannte sich zu dem Anschlag.
Französische Soldaten, Teilnehmer an der Operation Barkhane gegen die Terroristen. Militärstützpunkt Gao, Mali, 9. Juni 2021 - SNA, 1920, 09.07.2021
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Zu weiteren Lücken der Minusma-Mission zählt laut dem Generalsekretär fehlende Unterstützung aus der Luft und im medizinischen Bereich, schreibt DPA. Demnach forderte Guterres im noch nicht veröffentlichten UN-Bericht bis zu zehn zusätzliche Mehrzweck-Hubschrauber mit 260 Einsatzkräften und 750 Personen für drei schnelle Eingreiftruppen. Auch das Mitwirken der lokalen Behörden hält der Generalsekretär für essentiell für einen Missionserfolg: Der Einsatz werde „ohne eine starke und kohärente Vision der Regierung und eine verstärkte Präsenz des Staates nicht in der Lage sein, vor Ort nachhaltig etwas zu bewirken“, zitiert ihn DPA.
2020 hatte sich die Sicherheitslage in Mali aufgrund anhaltender Übergriffe durch bewaffnete islamistische Gruppen und ethnische Milizen verschlechtert. Eine politische Krise führte im August zum Sturz der Regierung durch einen Militärputsch. Das Land liegt zudem an der Kreuzung der Migrationsrouten nach Nordafrika und weiter Richtung Europa und ist somit stark von organisierter Kriminalität und grenzübergreifendem Schmuggel geprägt. Es bestehen zahlreiche Gründe zu der Sorge, dass sich Mali in Richtung radikaler Islamismus bewegt.
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