Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Mehr als drei Jahre Haft: IS-Rückkehrerin in Berlin verurteilt

CC BY-SA 3.0 / Ansgar Koreng / Wikimedia CommonsDas Kammergericht im Heinrich-von-Kleist-Park in Berlin (Symbolbild)
Das Kammergericht im Heinrich-von-Kleist-Park in Berlin (Symbolbild) - SNA, 1920, 16.07.2021
Abonnieren
Das Kammergericht in Berlin hat eine Syrien-Rückkehrerin unter anderem der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland sowie der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht schuldig gesprochen. Darüber informiert der Pressedienst des Gerichts am Freitag.
Nach fünf Jahren in Syrien bei der Terrororganisation „Islamischer Staat*“ (IS; auch Daesh) kehrte Nadia B. im April 2019 nach Deutschland zurück und befand sich seit August 2020 in Haft. Die 31-Jährige gestand, eine radikal-islamistische Gesinnung vertreten zu haben, konnte dem Gericht zufolge ihre Loslösung von extremistischem Gedankengut im Prozess jedoch glaubhaft schildern. Demnach soll sie nun dem Urteil des Kammergerichts in Berlin zufolge drei Jahre und neun Monate im Gefängnis verbringen.
Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe  (Archivbild) - SNA, 1920, 30.04.2021
Deutschland erlässt Haftbefehl gegen mutmaßlichen IS-Geldbeschaffer
Neben der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und dem Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz wurde sie auch wegen der Entziehung Minderjähriger sowie der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht verurteilt: Bei ihrer Flucht nach Syrien nahm die IS-Rückkehrerin ohne Wissen des Vaters ihre damals dreijährige Tochter mit. Hierdurch habe sie „dem in Deutschland verbliebenen Kindsvater die Tochter trotz gemeinsamen Sorgerechts dauerhaft vorenthalten“, lautet die Pressemitteilung. Ihr Kind habe sie somit „bewusst“ den im Kriegsgebiet erheblichen Gefahren ausgesetzt, stellte das Gericht fest.
„Das Kind hat Gewalthandlungen und Bombenangriffe mit Todesopfern erlebt. Die Tochter ist durch das Erlebte zutiefst traumatisiert. Die heute Neunjährige ist für ihr Leben gezeichnet“, zitiert das Urteil die Deutsche Presse-Agentur.
Auch wegen des Betrugs wurde die Frau verurteilt: Sie soll während ihrer Zeit in Syrien rund 8200 Euro von Sozialleistungen und Kindergeld unberechtigt bezogen haben. Das Gericht ordnete die Einziehung von Wertersatz in dieser Höhe an.
*Terrorvereinigung, in Deutschland und Russland verboten
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала