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Nicht nur Überflutungen in Deutschland: fünf Extremwetterfolgen des Klimawandels in Zahlen

© REUTERS / STAFFHochwasser und Überschwemmung in der Gemeinde Schuld im Kreis Ahrweiler (15.Juli 2021)
Hochwasser und Überschwemmung in der Gemeinde Schuld im Kreis Ahrweiler (15.Juli 2021) - SNA, 1920, 16.07.2021
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Die Unwetterserie dieses Sommers könnte außergewöhnlich hohe Schäden in Deutschland, Österreich und der Schweiz anrichten, teilen Versicherungsexperten mit. SNA präsentiert Ihnen einige beeindruckende Zahlen, die die Extremfolgen des Klimawandels in Deutschland zeigen.
Das Wetter in Deutschland wird in den kommenden Tagen weiter durch feuchte und zu Gewittern neigende Luftmassen bestimmt, teilt der Deutsche Wetterdienst am Freitag mit. In manchen Teilen des Landes werden Starkregen und einzelne Sturmböen erwartet. Vom Süden und Südwesten bis in den Nordosten des Landes seien gebietsweise Gewitter mit Starkregen um 20 l/qm möglich. Lokale Unwetter mit Regenmengen um 25 l/qm seien nicht ganz ausgeschlossen. Die Höchstwerte der Lufttemperatur können im Norden bis 30 Grad erreichen.
Die folgenden Zahlen veranschaulichen die fünf Extremwetterfolgen des Klimawandels in Deutschland:

1. Rekordtemperaturen

Die mittlere Temperatur in Deutschland ist seit 1881, dem Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen, gestiegen. Das aktuelle vergangene Jahrzehnt war laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Durchschnitt rund 1,9 Grad Celsius wärmer als die ersten Jahrzehnte der Beobachtungen. Damit seien die Temperaturen in Deutschland deutlich stärker gestiegen als im weltweiten Durchschnitt.
Neun der zehn wärmsten Jahre seit 1881 traten laut DWD in den letzten 20 Jahren auf. Bereits drei Jahre waren sogar mehr als 2,5 Grad wärmer als die Werte zwischen 1881 und 1910.
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Seit den 1950er Jahren hat sich die Anzahl der heißen Tage mit maximalen Temperaturen von 30 Grad und mehr von etwa drei Tagen pro Jahr verdreifacht. So erreichten in Hamburg im vorigen Sommer acht Tage in Folge maximale Werte von über 30 Grad. Damit war das die längste Folge ununterbrochener heißer Tage seit 1891, behaupten Wetterexperten. In Dresden belief sich das größte mittlere Tagesmaximum bei der Hitzewelle im Jahr 2018 auf 32,7 Grad, in Köln waren es im selben Jahr 33,6 Grad. Mannheim hatte sein Maximum bei 36,5 Grad 2003 erreicht. Damals gab es auch in Frankfurt am Main (35,8 °C), Nürnberg (34,2 °C) und München (33,1 °C) Rekorde.
Die mittlere Anzahl der Frosttage mit einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von weniger als 0 Grad Celsius ist dagegen von 28 Tagen auf 19 Tage gesunken. Im Winter 2019/2020 gab es in Hamburg erstmals seit 1891 keinen Frosttag.

”Eine derart außergewöhnliche Häufung von Rekordjahren der Temperatur ist nur durch die menschengemachte globale Erwärmung erklärbar“, erläutert der DWD in seinem Bericht „Was wir heute über das Extremwetter in Deutschland wissen“, der im Herbst 2020 veröffentlicht wurde.

2. Starke Gewitter und Hagelstürme

Die Unwetterserie dieses Sommers könnte außergewöhnlich hohe Schäden in Deutschland, Österreich und der Schweiz anrichten, teilte die „Wirtschaftswoche“ am Donnerstag mit. In der zweiten Junihälfte 2021 suchten Hagelstürme und starke Niederschläge weite Teile Deutschlands heim. Die Unwetterserie zählt nach einer ersten Schätzung der Experten zu den verheerendsten in der Geschichte. Im Juni verursachte sie Schäden in Höhe von 1,7 Milliarden Euro, erklärte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am 8. Juli. Davon entfalle eine Milliarde Euro auf die Sachversicherer für beschädigte Häuser, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetriebe. Mit rund 275.000 Euro Schäden in Höhe von 700 Millionen Euro seien zudem die Kfz-Versicherer besonders stark von Hagelschäden betroffen.

3. Längere Trockenzeiten

Die trockenen Jahre 2018 und 2019 sind laut Umweltbundesamt (UBA) beispiellos für die vergangenen 250 Jahre, so der DWD. In Mitteleuropa gab es seit 1766 keine zweijährige Sommer-Dürre dieses Ausmaßes, mehr als 50 Prozent des Ackerlandes waren von ihr betroffen, hieß es weiter. In Deutschland war es 2018 25 Prozent und 2019 sieben Prozent zu trocken, teilte Anfang Juli das Umweltbundesamt mit. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass der Gesamtboden in Deutschland bis in eine mittlere Tiefe von 1,80 Metern das dritte Trockenjahr in Folge erlebt.
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4. Waldbrandgefahr

Die Zahl der Tage mit hohem bis sehr hohem Waldbrandrisiko ist in Deutschland wegen der wärmeren Sommer und längeren Trockenphasen gestiegen. So gab es zum Beispiel seit Anfang der 1960er Jahre bis 1990 rund 27 Tage im Jahr mit solchem Risiko. Seit Anfang der 1980er Jahre bis 2010 waren es rund 33 Tage. Seit Anfang der 1990er Jahre bis 2019 waren es sogar rund 38 Tage.

5. Hochwassergefahr

Die Zahl der Tage mit Großwetterlagen mit hohem Hochwassergefahrenpotenzial hat sich laut den Angaben des DWD seit Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland im Mittel deutlich erhöht. In den letzten drei Jahrzehnten lag die Zahl solcher Ereignisse um das Zwei- bis Dreifache über den Werten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hieß es.
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