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Kein Gehör bei eigenen Behörden: Verzweifelte Russen wenden sich wegen kaputten Straßen an Merkel

© REUTERS / PoolBundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel  - SNA, 1920, 15.07.2021
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Aus Frust über beschädigte Straßen hat eine Aktivistin eines kleinen russischen Dorfes in Sibirien, dessen Bewohner zum Teil deutsche Wurzeln haben, Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe gebeten – und bereits eine Antwort von den deutschen Behörden erhalten. Auch die Reaktion der russischen Regierung ließ nicht lange auf sich warten.
Die russische Aktivistin und Abgeordnete Irina Drozdova und andere Bewohner des sibirischen Dorfes Werchnij Karbusch hatten Ende Juni eine Videobotschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgenommen. Darin erklärten sie, dass sie seit 2008 wiederholt – und letzten Endes ohne Erfolg – versucht haben, ihn auf das Problem der kaputten Straßen in ihrem Dorf aufmerksam zu machen. Sie hatten den Präsidenten darüber hinaus gebeten, ihnen bei der Reparatur der Hauptstraße zu helfen.
Nachdem eine Reaktion seitens der russischen Behörden mehrmals ausgeblieben war, schrieben die verzweifelten Dorfeinwohner einen Brief und eine E-Mail an Angela Merkel, wo sie den Sachverhalt erörterten. Die älteste Hauptstraße sei noch nie saniert worden, beschwerten sich die Frauen und Männer und appellierten dabei an Merkel:
„Wir bitten Sie um Hilfe beim Bau einer Straße“.
Das Dorf sei von Russlanddeutschen um das Jahr 1900 gegründet worden. Es liegt nahe der sibirischen Großstadt Omsk etwa 3700 Kilometer von Berlin entfernt.
Kürzlich teilte die sibirische Aktivistin russischen Medien mit, dass sie eine Antwort von einer Vertreterin der Bundesregierung, Nadine Wachter, in Form von einer E-Mail erhalten habe. In der E-Mail habe Wachter den Dorfeinwohnern für ihren Brief gedankt und um Verständnis gebeten, dass die Bundeskanzlerin aufgrund der Vielzahl von Anfragen nicht persönlich antworten könne.
Ferner habe aber sie klargestellt, dass die Einmischung in die Tätigkeit der lokalen Behörden nicht zum Aufgabenbereich der Bundeskanzlerin gehöre und der Bundesregierung in der Situation dementsprechend leider die Hände gebunden seien. Sie habe den Dorfbewohnern zudem geraten, sich an den Internationalen Verband der Deutschen Kultur in Moskau zu wenden.
Irina Drozdova zeigte sich aber mit der Antwort sehr zufrieden. Dabei lobte sie den russischen Medien zufolge die Offenheit und schnelle Reaktion der deutschen Seite, die den Einwohnern zumindest mit der Adresse und der Telefonnummer der für ihren Fall zuständigen Behörden behilflich sein wollte und sie nicht im Stich ließ – im Gegensatz zu der russischen Seite.
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Der Kreml zeigte nun Verständnis für den Unmut: „Das ist ein absolut berechtigter Ärger der Bewohner“, bestätigte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Das Kanzleramt in Berlin sieht er allerdings nicht in der Pflicht:
„Das ist eine nicht zu akzeptierende Nachlässigkeit und Ignoranz seitens der lokalen Behörden“.
Den Angaben der Omsker Behörden zufolge sollte die Straße dieses Jahr saniert werden. Doch die Arbeiten seien auf 2022 verschoben worden. Der Kremlsprecher Peskow legte daraufhin die Vermutung nahe, dass „die regionalen Behörden nun Maßnahmen ergreifen werden“.
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