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Merkel-Beschimpfung, befürchteter Staatsstreich – Neues Buch über Ende von Trumps Amtszeit in Sicht

© AP Photo / Evan VucciDie deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfel 2019
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfel 2019 - SNA, 1920, 15.07.2021
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Die Journalisten von der Zeitung „Washington Post“ Carol Leonnig und Philip Rucker haben ein Buch verfasst. Es schildert das letzte Jahr von Trumps Amtszeit als Präsident und erzählt von den Bemühungen ranghoher US-Regierungsbeamter, den möglichen Staatsstreich zu verhindern, den Trump ihrer Ansicht nach nach der Wahlniederlage unternehmen könnte.
Der Sender CNN hat sich mit Auszügen aus dem Buch mit dem Titel „I Alone Can Fix It“ (zu Deutsch etwa „Ich allein kann es wieder in Ordnung bringen“) befasst, das am kommenden Dienstag erscheinen soll.
Das Werk veranschauliche, wie hochrangige Regierungsbeamte und Trumps innerer Kreis sein „zunehmend aus den Fugen geratenes“ Verhalten nach der Wahlniederlage 2020 gesteuert habe. Die Verfasser des Buches sollen mehr als 140 Quellen befragt haben, denen größtenteils Anonymität gewährt worden sei. Trump sei für das Buch mehr als zwei Stunden lang interviewt worden.
Das Buch besage unter anderem, dass ranghohe US-Militärbeamte, darunter auch der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten Mark Milley, darüber besorgt waren, dass Trump und seine Verbündeten nach der Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 einen Staatsstreich versuchen könnten. Milley und andere US-Militärs hätten sogar beabsichtigt, zurücktreten, um zu vermeiden, Trumps Befehle umzusetzen, die sie als illegal betrachtet hätten.

„Wir sind die Leute mit den Gewehren“

Milley habe mit anderen Stabschefs einen Plan diskutiert, nach dem sie zurücktreten sollten, einer nach dem anderen, anstatt Trumps Befehle auszuführen, die sie für illegal, gefährlich oder unklug gehalten hätten.
„Sie mögen es versuchen, aber sie werden verdammt noch mal keinen Erfolg haben“, soll er zu seinen Stellvertretern gesagt haben. „Man kann das nicht ohne das Militär tun. Man kann das nicht ohne die CIA und das FBI tun. Wir sind die Leute mit den Gewehren“.
Milley habe die Rhetorik des damaligen Präsidenten Trump mit der von Adolf Hitler verglichen und geglaubt, dass Trump „Unruhen schürte, möglicherweise in der Hoffnung auf einen Vorwand, sich auf den Insurrection Act (das Aufstandsgesetz – Anm. d. Red.) zu berufen und das Militär auszurufen“. Milley habe Trump als „den klassischen autoritären Führer, der nichts zu verlieren hat“, gesehen, so die Verfasser des Buches.
Donald Trump  - SNA, 1920, 08.07.2021
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In Bezug auf den sogenannten „Million MAGA March“ von Trumps Anhängern vom 14. November 2020 in der US-Hauptstadt Washington habe Milley sich besorgt gezeigt, dass die Veranstaltung ein modernes US-amerikanisches Äquivalent von „Braunhemden auf der Straße“ werden könnte.
Das Buch beschreibe mehrere frappierende Vorfälle mit prominenten Frauen während der Trump-Präsidentschaft, darunter der republikanischen Abgeordneten Liz Cheney, der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemaligen First Lady Michelle Obama.
Pelosi habe sich nach dem US-Kapitol-Ansturm vom 6. Januar in einem Telefonat mit Milley zutiefst besorgt gezeigt, dass der „verrückte“, „gefährliche“ und „wahnsinnige“ Trump während seiner letzten Tage im Amt Atomwaffen einsetzen könnte. Milley habe ihr versichert, dass es nicht zu „einem versehentlichen Abschuss von Atomwaffen“ kommen werde. Das könne er garantieren, weil nur legale Befehle befolgt werden würden.
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Milley werde im Buch ausgiebig zitiert und in einem positiven Licht dargestellt, „als jemand, der versuchte, die Demokratie am Leben zu erhalten, weil er glaubte, dass sie am Rande des Zusammenbruchs stand“, so der TV-Sender.

Angespannte Beziehung zu Deutschland: „Ich kenne die verdammten Krauts“

Die angespannte Beziehung Trumps zu der deutschen Bundeskanzlerin werde in wenig vorteilhaften Ausdrücken widergegeben.
„Dieses Weibsstück Merkel“, habe Trump während eines Treffens im Oval Office über die Nato und den US-deutschen Beziehungen mit seinen Beratern geäußert. „Ich kenne die verdammten Krauts“, habe er hinzugefügt, indem er eine abwertende Bezeichnung für deutsche Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg benutzt habe. Der US-Staatschef habe dabei auf ein Foto von seinem Vater Fred Trump gezeigt und gesagt: „Ich wurde von dem größten Kraut von allen aufgezogen.“
Dieses Handout-Foto der Bundesregierung vom 12. Juni 2021 zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden zu Beginn ihres Treffens am Rande des G7-Gipfels im englischen St. Ives, Cornwall, zusammen mit ihren außenpolitischen Beratern Jan Hecker und Jake Sullivan. - SNA, 1920, 15.07.2021
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Trump habe später über einen Sprecher gegenüber den Autoren des Buches bestritten, diese Bemerkungen gemacht zu haben.

Milleys Erleichterung: „Niemand hat ein größeres Lächeln als ich“

Nach Bidens Amtseinführung sei MIlley von der ehemaligen First Lady Michelle Obama gefragt worden, wie er sich fühle.
„Niemand hat heute ein größeres Lächeln als ich“, soll Milley geantwortet haben. „Sie können es unter meiner Maske nicht sehen, aber ich habe es.“
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