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Afghanistan
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Die Amerikaner spielten in Afghanistan eine „herausragende“ Rolle – Militärexperte

© REUTERS / POOLU.S. Army General Austin Scott Miller
U.S. Army General Austin Scott Miller - SNA, 1920, 15.07.2021
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Die Lage in Afghanistan nach dem US-Truppenabzug ist kritisch für die Macht, die die Amerikaner geschaffen haben, erklärte der russische Militärpublizist und -experte, Journalist sowie Chefredakteur der Zeitung „Journalistische Wahrheit“ Wladislaw Schurygin im SNA-Gespräch.
Für Menschen, die ihr Leben, ihr Schicksal und ihre Zukunft mit den Amerikanern verknüpft haben, sei die Lage mittlerweile sehr dramatisch und unsicher, betonte der Militärpublizist und Chefredakteur der Zeitung „Journalistische Wahrheit“.
„Für die Macht, die die Amerikaner in Afghanistan geschaffen haben und auf die sie sich verlassen haben, ist die Situation kritisch. Für ganz Afghanistan ist dies ein Übergang von einem Staat zum anderen. Darüber hinaus begrüßten viele Bürger die Taliban* recht loyal, weil sie als Gewinner einer weiteren ausländischen Intervention in Afghanistan und der Versuche, sie zu unterwerfen, angesehen werden. Daher ist die Situation schwierig, jetzt gibt es tatsächlich eine Doppelmacht. Die Taliban kontrollieren über 80 Prozent des Territoriums und besetzen neue Gebiete. Die offiziellen Behörden versuchen, zumindest etwas zu behalten, aber wahrscheinlich werden sie in zwei oder drei Monaten nur noch Kabul behalten. Und Gott bewahre, wenn es gelingt, die Erstürmung von Kabul zu vermeiden“, so Wladislaw Schurygin.
Seinen Worten zufolge haben die Amerikaner und ihre Nato-Verbündeten in Afghanistan eine „herausragende“ Rolle gespielt: Sie haben Afghanistan vollständig zerstört. Zunächst haben sie durch fremde Hand die Regierung von Präsident Mohammad Najibullāh gestürzt. Danach folgten 20 Jahre amerikanische Besatzung.
Der Experte wies darauf hin, dass die Taliban in Russland in die Liste der verbotenen Bewegungen aufgenommen wurden. In den letzten Jahren wurde jedoch deutlich, dass es in Afghanistan keine andere Kraft gibt, die die Situation irgendwie beeinflussen könnte.
„Wir haben verstanden, dass die Taliban sowieso an die Macht kommen werden. Natürlich sind die Taliban von 2021 nicht die Taliban von 1995-96. Heute ist es eine politisch reife Bewegung, die islamistisch ist, aber gleichzeitig den weltweiten Dschihad nicht akzeptiert. Die Taliban haben dem ISIS** keine Treue geschworen, deshalb beginnt nun ein neuer Krieg in Afghanistan: Diesmal zwischen den Taliban und jenen Gruppen, die auf ISIS abstellen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Taliban eine für uns unfreundliche Bewegung ist, aber aufgrund der Tatsache, dass sie bestimmte Verpflichtungen übernimmt, können wir mit ihr interagieren.“
Wladislaw Schurygin
Der russische Militärpublizist und -expert, Journalist und Chefredakteur der Zeitung „Journalistische Wahrheit“,
Laut Schurygin war der Besuch der Taliban-Delegation in Moskau am 9. Juli 2021 in der Tat die Festigung jener Kontakte, die bereits vor einem Jahr stattfanden, als Vertreter der Bewegung nach Russland kamen. Die Parteien haben in einem gegenseitigen Dialog ihre Positionen klargemacht.
„Jetzt sollten internationale Bemühungen darauf abzielen, einen interafghanischen Dialog aufzubauen – alle sollten dafür arbeiten. Aber ich bin mir nicht sicher, ob jemand anderes dafür etwas machen wird, außer Russland und den Nachbarländern Afghanistans“, schloss der Experte.
*unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist
**Terrorvereinigung, in Deutschland und Russland verboten
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