Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Wegfall des Gastransits: Deutschland verweigert Entschädigung für Ukraine

© SNA / Ilya PitalyowBauarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 (Archivbild)
Bauarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 15.07.2021
Abonnieren
Deutschland soll Kiew laut dem Vorsitzenden des Wirtschafts- und Energieausschusses des Deutschen Bundestages, Klaus Ernst, keine Entschädigung anbieten, wenn die Ukraine kein Transitland für russisches Gas bleibt.
Kompensationsauszahlungen seitens Deutschlands an die Ukraine kommen Ernst zufolge nicht in Frage und sind von den deutschen Steuerzahlern nicht zu erwarten. Es sei absolut inakzeptabel, so Ernst, dass Deutschland seine Energiepolitik nach den ukrainischen Interessen richten solle. Falls die Ukraine Geld brauche, solle sie sich an internationale Geldgeber wie die Europäische Union wenden, so Ernst gegenüber russischen Medien.
Früher hatte der Chef der Gesellschaft „GTS-Betreiber der Ukraine“ Sergej Makogon eine akzeptable Höhe der „Entschädigung“ für die Ukraine im Zusammenhang mit dem Start der Gaspipeline Nord Stream 2 genannt. Seiner Meinung nach sollte Russland den Transit durch die Ukraine 15 Jahre lang auf einem Niveau von 45-50 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr halten.
Am vergangenen Freitag hatte der „Spiegel“ mögliche Optionen zur Beilegung des Streits zwischen Deutschland und den USA um Nord Stream 2 genannt. Eine davon war dem Blatt zufolge eine Kompensation für die Ukraine, falls sie als Transitland für russisches Gas an Bedeutung verliere. Eine weitere Möglichkeit war nach „Spiegel“-Angaben, dass die deutsche Seite Milliarden in die Reparatur des völlig abgenutzten Gastransportnetzes in der Ukraine investiert.
Nun soll das Thema laut Bundesaußenminister Heiko Maas im persönlichen Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Staatschef Joe Biden in diesen Tagen wieder zur Sprache kommen. Am heutigen Donnerstag traf die Kanzlerin zu ihrem Abschiedsbesuch in Washington zusammen mit ihrem Ehemann, Joachim Sauer, ein.
Dieses Handout-Foto der Bundesregierung vom 12. Juni 2021 zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden zu Beginn ihres Treffens am Rande des G7-Gipfels im englischen St. Ives, Cornwall, zusammen mit ihren außenpolitischen Beratern Jan Hecker und Jake Sullivan. - SNA, 1920, 15.07.2021
Merkel zu Abschiedsbesuch in Washington: Großer Bahnhof und etwas Streitstoff mit Biden

Nord Stream 2

Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen der Pipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Die Gasleitung soll von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland verlaufen.
Es ist vor allem Kiew, das aus Angst vor Einnahmeverlusten beim russischen Gastransit durch sein Territorium entschieden gegen die Pipeline eintritt. Auch die Vereinigten Staaten, die ihr Flüssigerdgas (LNG) in der Europäischen Union abzusetzen versuchen, weisen das Projekt zurück. Im Dezember 2019 hatten die USA restriktive Maßnahmen gegen Unternehmen verhängt, die am Bau der russischen Gaspipeline beteiligt waren, weshalb der Bau unterbrochen werden musste. Ein Jahr später wurde die Rohrverlegung wieder aufgenommen.
Nun ist Nord Stream 2 zum größten Teil fertiggebaut: Anfang Juni war der erste Strang der Gaspipeline fertiggestellt worden. Dieser wird mittlerweile für die Befüllung mit Gas vorbereitet. Der zweite Strang kann bis Ende August fertiggestellt werden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала