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„Mallorca, Florida – und Flucht vor Altersarmut“: Immer mehr deutsche Rentner leben im Ausland

© CC0 / pasja1000 / PixabayRentner (Symbolbild)
Rentner (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.07.2021
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Die Zahl der im Ausland lebenden Rentner aus Deutschland nimmt laut Medienberichten zu. Fast 300 000 Senioren lassen sich demnach ihre Rente ins Ausland überweisen. Neben Österreich, Schweiz und USA gelten exotische und günstige Länder in der Südsee als beliebte Wohnorte deutscher Rentner. Experten warnen vor Altersarmut.
„Immer mehr deutsche Rentner leben im Ausland und nehmen ihre teils hohen Renten dorthin mit.“ Das meldete am Donnerstagvormittag das Nachrichten-Radio „Bayern 2“. Demnach gehe aus einer Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor:
Die durchschnittlich höchsten Renten-Zahlungen Deutschlands fließen „in die Südsee, konkret nach Mikronesien und Palau. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr fast 1,74 Millionen Euro an Auslandsrenten gezahlt. Die meisten dieser Rentner leben in Österreich, in der Schweiz und in den USA.“
FDP-Finanzpolitiker Markus Herbrand kritisierte, „man müsse aufpassen, dass sich deutsche Rentner nicht gezwungen sehen, das Land zu verlassen, weil sie sich hier das gewohnte Lebensniveau im Alter nicht mehr leisten können.“
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Rente im Ausland: „Genießen Sie Ihren Ruhestand am Wunschort“. Mit diesen Worten, die aus einer Werbe-Anzeige stammen könnten, informiert der Bundesträger der gesetzlichen Rentenversicherung, „Deutsche Rentenversicherung“, auf seiner Website. „Ob Mallorca, Paris oder Florida – jeder erhält seine deutsche Rente auch im Ausland. Hier erfahren Sie, was Sie beachten müssen. Lassen Sie sich vor Ihrem Umzug von uns beraten. (...) Nur so stellen Sie sicher, dass Sie alle Anträge gestellt haben und Ihre Rente Ihnen auch an Ihrem neuen Wohnort zur Verfügung steht.“
Nachbarländer Deutschlands sowie Spanien und Nordamerika seien demnach die beliebtesten Wohnorte deutscher Rentenbezieher, berichteten weitere Medien bereits im Februar. Etwa 240 000 Seniorinnen und Senioren ließen sich im Jahr 2017 ihre Rente ins Ausland überweisen.
Insgesamt, so meldete damals das statistische Bundesamt, wurden im gleichen Jahr „rund 25,6 Millionen Renten an deutsche Staatsbürger bezahlt.“ Die deutsche Rentenversicherung überwies 2018 Renten in mehr als 150 Länder.
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Neben Sonne, Strand und Bergen seien folgende Gründe bedeutend für die Wahl des neuen Wohnorts der Senioren. „Zum einen sind in anderen Ländern die Immobilienpreise deutlich geringer als in Deutschland, zum anderen sind auch günstigere Einkaufsmöglichkeiten und Medikamente oft der ausschlaggebende Punkt, um ins Ausland zu ziehen.“
An Luxus sei in der Bundesrepublik mit geringer Rente nicht zu denken. „Einen hohen Lebensstandard erfahren Menschen mit einer geringen Rente aber häufig im Ausland.“
Darum ziehe es viele Deutsche nach der Arbeitswelt Richtung Bulgarien oder Rumänien, zwei osteueropäische Länder mit geringeren Lebenshaltungskosten. „In Thailand oder der Türkei kommen die Rentner mit einer kleinen Rente gut aus“, so das „Handelsblatt“. „1000 Euro deutsche Rente haben in Thailand 70 Prozent, in der Türkei sogar 100 Prozent mehr Kaufkraft.“
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Etwa für Pflegebedürftige „gewinnen die Philippinen immer mehr an Bedeutung, denn hier ermöglicht eine geringe Patientenzahl eine intensive Pflege. Außerdem spezialisieren sich die Seniorenresidenzen dort beispielsweise auf Krankheiten wie Demenz und sind günstiger als hierzulande.“ Bisher seien Pflegebedürftige auch gern nach Polen, Thailand oder Spanien ausgewandert, denn dort seien Pflegekosten „zwischen 30 und 50 Prozent geringer als in Deutschland.“
Allerdings sei es bei einem dauerhaften Aufenthalt im Ausland auch möglich, Abzüge der eigenen Rente in Kauf zu nehmen, so die Deutsche Rentenversicherung.
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