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Wie die Pandemie die globale klinische Forschungsagenda verändert hat

© CC0 / mwooten / PixabayForschung (Symbolbild)
Forschung (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.07.2021
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Die Covid-19-Pandemie hat zu einer starken Zunahme klinischer Untersuchungen im Bereich der Infektionskrankheiten geführt, wie die Auswertungen des iFORA-Systems ergeben. Aber wie ist die Lage heute im Bezug auf andere Infektionen?
In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der Infektionen an der Inzidenzstruktur stetig zurückgegangen. Das Hauptaugenmerk der medizinischen Fachwelt richtet sich auf Systeme zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung nicht übertragbarer Krankheiten, hier vor allem kardiovaskulären und onkologischen Ursprungs. Im Jahr 2020 hat sich der Fokus der klinischen Forschung weltweit auf die Entwicklung von Methoden zur Diagnose und Behandlung des neuen Coronavirus sowie auf die Untersuchung seiner gefährlichsten Folgen verlagert.
Diese Neuorientierung hat dazu geführt, dass eine Reihe von Bereichen, deren Untersuchung sich vor der Pandemie beschleunigt entwickelt hat, vorübergehend an Bedeutung verloren haben, darunter psychische Gesundheitsprobleme (Demenz, kognitive Dysfunktion, Alzheimer- und Parkinson-Krankheit) sowie chronische Schmerzen.
So stieg der Anteil klinischer Studien zu Covid-assoziierter Pneumonie im Jahr 2020 von 1 auf 3,5 Prozent. Das Interesse an der Untersuchung des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS), das durch ein weiteres Coronavirus, nämlich SARS-CoV, hervorgerufen wurde und dessen Ausbruch 2003 endete, stieg auf das etwa gleiche Niveau.
Der Anteil der Studien zu einer gefährlichen Komplikation von COVID-19 – dem akuten Atemnotsyndrom – hat sich mehr als verfünffacht. Die Zahl der klinischen Studien zu einem der wichtigsten diagnostischen Anzeichen des neuen Coronavirus, nämlich der Anosmie (Geruchsverlust), hat sich um das Neunfache erhöht.
Ein 24-facher Anstieg der Untersuchungen wurde zum Thema Zytokinsturm verzeichnet – einem kritischen Zustand, der manchmal aufgrund von Covid-19 auftritt und zu schwerwiegendem Immunversagen führt.
Ansteckung (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.07.2021
Wieder mehr Corona-Ansteckungen: Ist das der Wendepunkt durch Delta?
Aufgrund der Notwendigkeit, Quarantänebeschränkungen und soziale Distanz einzuhalten, ist im Jahr 2020 der Anteil der Studien, deren Autoren die Phänomene der sozialen Isolation, Angst und Einsamkeit untersuchten, deutlich gestiegen.
„Gleichzeitig dürfen wir andere Infektionen nicht vergessen: Virushepatitis, HIV-Infektion, Tuberkulose und andere. Wir haben sie vergessen, sind in eine Pandemie gestürzt, aber sie sind ja ist nirgendwo hin verschwunden“, meint Wladimir Tschulanow, Chefinfektiologe des russischen Gesundheitsministeriums.
Ihm zufolge gelte hier eine gewisse Vorsicht: Wird sich die Situation bei diesen Infektionen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie verschlimmern?
„So gibt es beispielsweise sehr wirksame Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C, deren Verfügbarkeit in der Welt jedoch aufgrund der Pandemie zurückgegangen ist. Ich spreche in größerem Maße von Hepatitis C, die HIV-Infektion hat ihre eigenen Nuancen. Hinzu kommt ein bedingter Pluspunkt der Pandemie, zumindest in der Russischen Föderation: Wir haben sehr aktiv damit begonnen, die Labordienstleistungen zu stärken. Neue Geräte und Diagnosegeräte wurden geliefert. Sie können in Friedenszeiten und zur Diagnose anderer Infektionen, einschließlich Virushepatitis, eingesetzt werden. Deshalb ist es äußerst wichtig, die Ausbreitung der Coronavirus-Infektion zu stoppen“, sagte der russische Facharzt für Infektionskrankheiten den russischen Medien.
Laut ihm müssen die Menschen daran denken, dass Infektionskrankheiten nirgendwo hin verschwinden. Sie seien immer bei uns und die Coronavirus-Pandemie bestätige das einmal mehr. Natürlich werde sie eines Tages enden, alle Epidemien endeten doch. Natürlich gebe es die Gefahr, einer neuen Epidemie oder sogar einer Pandemie zu begegnen, da viele Faktoren dazu beitrügen. „Einer von ihnen ist das Wachstum der Weltbevölkerung, was dazu führt, dass es anfälligeres Material für Infektionen gibt, eine größere Ausbreitungsmöglichkeit, da die Häufigkeit der Kontakte zwischen den Menschen steigt. Wenn man vor einem Jahrhundert auf den Schienen unterwegs war, so ist man jetzt entsetzt, wenn man sich anschaut, wie viele Flugzeuge gleichzeitig in der Luft sind. Das ist eine sehr schnelle Personenbewegung und dementsprechend gibt es mögliche Infektionsquellen. Heute ist es sehr schwierig, eine Infektion in einem Bereich zu lokalisieren.“
Auswertungen des iFORA-Systems (Intelligent Foresight Analytics) bringt die Higher School of Economics Moskau. Mehr als 400 Millionen Dokumente in russischer, englischer und chinesischer Sprache bilden die Quellen der iFORA-Daten.
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