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Gespräche mit Taliban: Russlands Sondergesandter für Afghanistan nennt Kabuls Position „Heuchelei“

© REUTERS / MOHAMMAD ISMAILSoldat der afghanischen Nationalarmee an der Grenze des Landes
Soldat der afghanischen Nationalarmee an der Grenze des Landes - SNA, 1920, 14.07.2021
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Die Bereitschaft der afghanischen Regierung, mit Vertretern der Taliban* einen Kontakt aufzunehmen, ist laut dem russischen Sondergesandten für Afghanistan, Samir Kabulow, nur ein Lippenbekenntnis.
Die Regierung erkläre sich bereit zu Gesprächen, so Kabulow. Doch die Taliban müssten das und das anerkennen, und nur dann sei die Regierung bereit. Kabulow betonte, dass man Verhandlungen auf diese Weise nicht führe:
„Das ist Heuchelei. Dies ist ein Versuch, unsere Augen vor den bestehenden Realitäten zu verschließen, also sind dies leere Worte. Und wir brauchen Taten“.
Der wirkliche Friedensprozess in Afghanistan werde beginnen, wenn sich die Behörden und einflussreichen Politiker verschiedener ethnopolitischer Kräfte der Republik einigen und sich an den Verhandlungstisch setzen würden.
„Genau das wollen wir erreichen“, so der Diplomat.
Er fügte auch hinzu, dass es keinen Kampf um die Hauptstadt Afghanistans geben werde, wenn die Regierung des Landes einen sinnvollen Dialog mit den Taliban über die künftige Staatsstruktur aufnehme.
Russland habe Vorschläge für künftige innerafghanische Gespräche, aber „das ist ein heikles Thema“. Alle Ideen, die von Ausländern eingebracht werden, würden die Afghanen als aufgezwungen wahrnehmen.
„Kein Volk mag das. Aber sie wissen, was die wichtigsten Grundsätze sein sollten, und unsere Aufgabe ist es, beide Kriegführenden an den Verhandlungstisch zu bringen“, unterstrich Kabulow.
Er betonte, dass der Dialog nicht nur unter der Vermittlung der „erweiterten Troika“ (Russland, USA, China, Pakistan), sondern auch mit deren Hilfe geführt werden sollte.
Deutsche Soldaten stellen sich nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan auf dem Flugplatz in Wunstorf, Deutschland, 30. Juni 2021 zum letzten Appell vor einem Airbus A400M-Frachtflugzeug der Bundeswehr der Bundeswehr auf. - SNA, 1920, 14.07.2021
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„Wir müssen Bedingungen schaffen, dass die Afghanen sich selbst an den Verhandlungstisch setzen. Und von außen ihre Fortschritte beobachten: Wenn sie aus den konstruktiven Gleisen geraten sollten, sollten wir ihnen sagen: ‚Nein, bitte gehen Sie zurück und verhandeln Sie weiter‘. Es ist egal, wo diese Verhandlungen stattfinden. Wir wissen nur, dass Frieden in Afghanistan von beiden Seiten in feierlicher Atmosphäre in Kabul geschlossen werden muss“, so der russische Diplomat abschließend.

Eskalation der Lage in Afghanistan

Seit die Nato mit dem Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan begonnen hat, sind die Taliban landesweit auf dem Vormarsch und haben bereits zahlreiche Bezirke erobert. Die Nato-Führungsmacht USA plant, ihre Soldaten bis zum August vollständig zurückzuholen. Sie hatten gemeinsam mit Nato-Partnern, darunter Großbritannien und Deutschland, kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan interveniert.
Mehrere Militärexperten kritisierten den übereilten Truppenabzug und sagten, dass ein langsamerer Prozess den nun aktiv wachsenden Einfluss der Taliban hätte eindämmen können. Die Ex-Berufsoffizierin und Analytikerin für das US-Verteidigungsministerium Karen Kwiatkowski hatte früher gegenüber SNA gesagt, die afghanische Regierung werde die nächsten Monate wahrscheinlich nicht überleben.
*unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist
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