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Russland will keine besonderen Gefälligkeiten von USA, nur Respekt – Botschafter

© SNA / Aleksey Druzhinin / Zur BilddatenbankTreffen von Wladimir Putin und Joe Biden in Moskau
Treffen von Wladimir Putin und Joe Biden in Moskau - SNA, 1920, 13.07.2021
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Russland fordert keine besonderen Gefälligkeiten von Seiten der USA, will jedoch Respekt und die Berücksichtigung seiner Interessen. Dies hat der russische Botschafter in Washington Anatoli Antonow zu verstehen gegeben. Seiner Ansicht nach gibt es in den US-russischen Beziehungen Raum für positive Dynamik.
Moskau mache sich keine „Illusionen über grundlegende Durchbrüche“ in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, sagte Antonow bei einem Online-Treffen mit Studenten des Middlebury Institute of International Studies in Monterey. „In den letzten Jahren haben sich zu viele gegenseitige Vorwürfe und Widersprüche angehäuft, die nicht auf einen Schlag zu lösen sind“. Es gebe jedoch Möglichkeiten für eine positive Dynamik. Sie werden eröffnet von der Verständigung über die Zweckmäßigkeit der Wiederherstellung systemischer Kontakte zu zentralen Fragen der bilateralen und internationalen Agenda.
Vor diesem Hintergrund lobte der russische Botschafter den jüngsten Gipfel in Genf, der trotz der negativen Berichterstattung der US-Medien im Vorfeld des Treffens „in einer ruhigen, sachlichen und insgesamt konstruktiven Atmosphäre“ verlaufen sei. Russlands Präsident Wladimir Putin und sein US-Amtskollege Joe Biden hätten sich darauf geeinigt, einen Kurs „der Annäherung ihrer Haltungen und den Abbau der Konfrontation in den amerikanisch-russischen Beziehungen“ zu verfolgen.
Antonow zeigte sich hoffnungsvoll, dass der vom US-russischen Gipfeltreffen in Genf angegebene „positive Impuls“ umgesetzt werde. Denn die Gefahren und Probleme, mit denen Russland und die Vereinigten Staaten konfrontiert seien, würden die Zusammenarbeit der beiden Länder erfordern.
„In der derzeitigen turbulenten globalen Umgebung sollten wir lernen, für die Sicherheit und den Wohlstand der Russen und Amerikaner zusammenzuarbeiten“, so der russische Botschafter weiter. Die russische Seite sei zu solchen Arbeiten bereit.
Allerdings: „Natürlich ist die Ansicht einiger Leute in Washington unannehmbar, dass unser Land benutzt werden könne, wenn es nötig sei, und dann ins Abseits gestellt oder sogar in irgendeiner Weise verleumdet werden könne, wenn es für die US-Interessen unbrauchbar sei.“
„Wir brauchen keine besonderen Gefälligkeiten oder Hilfe von den Vereinigten Staaten, aber wir verlangen Respekt, um gegenseitig vorteilhafte Beziehungen aufzubauen. Wir erwarten, dass unsere Interessen berücksichtigt werden“, sagte Antonow.
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Um Fortschritte in dieser Richtung zu erzielen, rechne Moskau unter anderem damit, ein Vorbereitungstreffen der ressortübergreifenden Delegationen unter der Leitung der stellvertretenden Außenminister in den kommenden Wochen abzuhalten. Ausgangspunkt könnte eine Überprüfung der Besorgnisse der beiden Seiten im strategischen Bereich sein.

„Sicherheitsgleichung“ bei Rüstungskontrolle

Russland gehe davon aus, dass der strategische Dialog der beiden Länder auf eine Art „Sicherheitsgleichung“ abzielen sollte, die alle relevanten Faktoren berücksichtige. Diese Gleichung sollte alle offensiven und defensiven nuklearen und nicht-nuklearen Waffen umfassen, die strategische Aufgaben lösen könnten. Es gehe dabei um die Raketenabwehr, die Sicherstellung von Berechenbarkeit und Zurückhaltung im Raketenbereich, die Verhinderung eines Wettrüstens im Weltall, destabilisierende Militärtechnologien und die Reaktion auf Situationen, die eine nukleare Eskalation zur Folge haben könnten.

Zusammenarbeit bei Cybersicherheit

Eine weitere Frage, die Vorrang haben sollte, sei der Aufbau der Zusammenarbeit im Bereich der Cybersicherheit. „Übrigens: Laut US-Quellen gehen die meisten Cyber-Attacken weltweit von E-Mail-Adressen mit Sitz in den USA aus“, hob Antonow hervor. Im Jahr 2020 seien 45 Cyberangriffe auf russische Ziele unternommen worden, die von dem US-Gebiet aus koordiniert worden seien. In diesem Jahr seien bereits 35 derartige Attacken durchgeführt worden. Greifbare Fortschritte bei der Bekämpfung von Cyber-Gefahren würde einen der größten „Reizfaktoren“ in den US-russischen Beziehungen beseitigen, betonte Antonow.

Koordinierte Bemühungen zur Verbesserung der Lage in Syrien

Ein Thema, bei dem die beiden Länder in der letzten Zeit bestimmte Fortschritte erreicht haben, sei die Koordinierung der Bemühungen zur Verbesserung der Situation in Syrien.
Dank dem engen Zusammenwirken der Vertreter von Russland und der USA sei eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zu grenzüberschreitenden Hilfslieferungen an Syrien verabschiedet worden, die zur politischen Regelung in der Arabischen Republik und einer stabileren Lage im gesamten Nahen Osten beitragen sollte.
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