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Historische Einheit wird untergraben: Putin bedauert Entfremdung zwischen Russland und Ukraine

© SNA / Aleksey Nikolskiy / Zur BilddatenbankRusslands Präsident Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin  - SNA, 1920, 12.07.2021
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In der TV-Fragerunde „Der direkte Draht“ Ende Juni hat Russlands Präsident Wladimir Putin in Aussicht gestellt, einen Artikel über die russisch-ukrainischen Beziehungen zu verfassen. Der Artikel unter dem Namen „Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ erschien am heutigen Montag auf der offiziellen Webseite des Kremls.
Am Anfang des Artikels brachte der Kreml-Chef sein Bedauern zum Ausdruck, dass sich Russland und die Ukraine in den letzten Jahren stark voneinander distanziert haben. „Ich möchte betonen, dass ich die Mauer, die in den letzten Jahren zwischen Russland und der Ukraine entstanden ist, zwischen den Teilen eines im Prinzip gleichen historischen und geistigen Raumes, als großes gemeinsames Unglück, als Tragödie wahrnehme“, so Putin. Diese Mauer sei einerseits das Ergebnis „eigener Fehler“, die in verschiedenen Zeitperioden begangen worden seien, betonte der russische Präsident. Andererseits sei sie auf „gezielte Handlungen jener Kräfte zurückzuführen, die immer versucht haben, unsere Einheit zu untergraben“, hieß es weiter.

„Die angewendete Formel ist seit jeher bekannt: Teile und herrsche. Nichts Neues. Daher kommen die Versuche, die nationale Frage auszunutzen, Zwietracht zwischen den Menschen zu säen. Und als Hauptaufgabe – ein Volk zu zerteilen und gegeneinander auszuspielen“, so Putin.

Zusammen waren Russland und die Ukraine Putin zufolge „immer stärker und erfolgreicher“ und werden es auch immer sein. „Unsere geistigen, menschlichen und zivilisatorischen Bindungen haben sich über die Jahrhunderte gebildet, gehen auf dieselben Quellen zurück, gestählt durch gemeinsame Prüfungen, Erfolge und Siege. Unsere Verbundenheit wird von Generation zu Generation weitergegeben. Sie ist in den Herzen, in der Erinnerung der Menschen, die im heutigen Russland und der Ukraine leben, in Blutsbanden, die Millionen unserer Familien verbinden. Gemeinsam waren wir immer viel stärker und erfolgreicher und werden dies auch sein. Schließlich sind wir ein Volk“, betonte Putin.

Russen in der Ukraine zu „Identitätswechsel“ gezwungen

Russlands Staatschef sprach in dem Artikel von einem „erzwungenen Identitätswechsel“ gegenüber den in der Ukraine lebenden Russen. „Und das Widerwärtigste ist, dass die Russen in der Ukraine nicht nur gezwungen sind, ihre Wurzeln und mehrere Generationen von Vorfahren aufzugeben, sondern auch daran zu glauben, dass Russland ihr Feind sei“, kritisierte Putin.
„Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass der Kurs auf die gewaltsame Assimilation, auf die Bildung eines ethnisch reinen ukrainischen Staates, der Russland gegenüber aggressiv eingestellt ist, in seinen Folgen mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen vergleichbar ist.“
Präsident Wladimir Putin  - SNA
Wladimir Putin
Russlands Präsident
Putin verwies in seinem Artikel unter anderem darauf, dass in der heutigen Ukraine alles dafür getan werde, die „Namen der wahren Sieger des Zweiten Weltkrieges aus dem Gedächtnis der jungen Generationen zu verdrängen“. Dass die Ukraine gegen die UN-Resolution stimme, welche die Verherrlichung des Nationalsozialismus verurteile, sei gesetzmäßig, so Putin. „Unter dem Schutz der ukrainischen Behörden werden Märsche und Fackelzüge zu Ehren der Kriegsverbrecher von den SS-Formationen abgehalten“, hieß es weiter.

Umsetzung von Minsker Abkommen nur ein Lippenbekenntnis

Putin bemängelte zudem die Tatlosigkeit der Ukraine in Bezug auf die Minsker Abkommen. In den offiziellen Verhandlungen erklären die Vertreter der Ukraine laut Putin ihr „volles Festhalten“ an den erzielten Vereinbarungen, doch in der Tat werden diese nicht umgesetzt.
„Sie wollen weder über den Sonderstatus des Donbass noch über Garantien für die dort lebenden Menschen ernsthaft diskutieren. Sie nutzen lieber das Bild eines ‚Opfers externer Aggression‘ aus, handeln mit Russophobie und arrangieren blutige Provokationen im Donbass“, so Russlands Staatschef.
Nach Ansicht des Präsidenten wird eine wahre Souveränität der Ukraine gerade durch eine Partnerschaft mit Russland möglich. Mit Blick auf den Konflikt in der Ostukraine und das Minsker Abkommen betonte der Kremlchef, dass diese Vereinbarungen eine reale Chance zur Beilegung des Konflikts bieten würden.
„Die Einwohner dieser Regionen (Volksrepublik Donezk und Volksrepublik Lugansk – Anm. d. Red.) werden niemals die Ordnung akzeptieren, die man ihnen versucht mit Gewalt, Blockade und Bedrohung aufzuzwingen. Die Ergebnisse von Minsk I und Minsk II – welche eine reale Chance für eine friedliche Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine bieten, bei direkter Vereinbarung mit den beiden Volksrepubliken unter Vermittlung von Russland, Deutschland sowie Frankreich –, widersprechen vollkommen der Logik des Projekts ‚Anti-Russland‘. Letzteres kann nur durch ständige Kultivierung eines inneren und äußeren Feindbildes aufrechterhalten werden – und das unter der Schirmherrschaft und Kontrolle der Westmächte“, sagte Putin.
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