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Russischer Nationaltorwart wechselt nach Leverkusen – Löw als „Sbornaja“-Coach im Gespräch

© SNA / Grigorij SyssojewFußballtrainer Joachim Löw (Archivbild)
Fußballtrainer Joachim Löw (Archivbild) - SNA, 1920, 12.07.2021
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Andrej Lunev, der bisherige Keeper des russischen Serienmeisters Zenit St. Petersburg, hat soeben beim Bundesligisten Bayer Leverkusen unterzeichnet - aktuell sitzer noch auf der Ersatzbank. Derweil sucht Russland fieberhaft nach einem neuen Nationaltrainer. Bei Spekulationen darüber werden die Namen von Jogi Löw und Stefan Kuntz erwähnt.
Der 29-jährige Lunev hatte seit 2017 rund 120 Spiele für Zenit absolviert und auch sieben Mal für die russische Nationalmannschaft im Tor gestanden. Über eine Vertragsverlängerung konnten sich der Keeper und der namhafte St. Petersburger Club nicht einigen. Sein Ende voriger Woche unterzeichneter Vertrag mit Bayer Leverkusen läuft nun bis zum 30. Juni 2023.
„Jetzt bin ich Teil eines Klubs, der in Deutschland seit Jahren zu den besten gehört und in Russland durch seine ständige Präsenz im Europapokal einen klangvollen Namen hat“, wurde der Fußballer auf der Bayer-Webseite zitiert. „Ich werde alles tun, um in Leverkusen mein absolut Bestes zu geben.“
Vorerst wird Lunev (sein Name soll übrigens als „Lunjow“ ausgesprochen werden mit Betonung auf der letzten Silbe) allerdings aller Voraussicht nach mit der Ersatzbank im neuen Verein vorlieb nehmen müssen. Bayer-Stammtorwart Lukas Hradecky scheint momentan in Top-Form zu sein: Er hatte bei der soeben zu Ende gegangenen Fußball-EM im Tor des finnischen Nationalteams brilliert – unter anderem einen Elfer gehalten und überhaupt das halbwegs anständige Abschneiden der Mannschaft bei EURO 2020 gesichert. Dies scheint aber den Russen gar nicht zu stören: Um in der Bundesliga präsent zu sein, hatte er unter anderem ein lukrativeres Angebot des türkischen Elite-Clubs Besiktas Istanbul abgelehnt.

Deutsche Spieler und Trainer in Russland willkommen

Bisher konnten nur äußerst wenige russische Fußballer in der Bundesliga Fuß fassen. Einer von ihnen war der Stürmer Sergej Kirjakow, der zwischen 1993 und 2000 unter anderem für Karlsruhe und den Hamburger SV gekickt hat. Dafür waren deutsche Top-Spieler in der russischen Premier-Liga viel stärker präsent, etwa Kevin Kuranyi (2010 bis 2015 bei Dynamo Moskau), Benedikt Höwedes (2018 bis 2019 bei Lokomotive Moskau) und André Schürrle (2019 bis 2020 bei Spartak Moskau).
Seit kurzem zieht es auch deutsche Trainer mit Bundesliga-Erfahrung nach Russland, wobei solide Honorare sicherlich keine geringe Rolle spielen dürften. Der im März 2019 vom FC Schalke 04 gefeuerte Cheftrainer Domenico Tedesco fing im Oktober 2019 bei Spartak Moskau als Chef-Coach an und errang mit dem renommierten Team im Mai 2021 Platz zwei in der russischen Premier-Liga. Sein Kollege Sandro Schwarz, der beim SFV Mainz 05 wenig erfolgreich war und im November 2019 freigestellt wurde, fing im Oktober 2020 als Cheftrainer des traditionsreichen Erstligisten Dynamo Moskau an und schloss die Saison 2020/2021 auf Platz sieben ab. Erst vor wenigen Tagen wurde der namhafte Trainer Ralf Rangnick als „Leiter Sport und Entwicklung“ bei Lokomotive Moskau vorgestellt.
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Löw steht in Russland weiter hoch im Kurs

Nicht verwunderlich deshalb, dass bei Spekulationen um einen neuen russischen Nationaltrainer sofort deutsche Namen auftauchten: Nach dem Debakel der russischen „Sbornaja“ bei EURO 2020 musste der Team-Coach Stanislaw Tschertschessow gehen. Bundesliga-Veteran Kirjakow meinte, Joachim Löw würde für diese Funktion „am besten passen“.
„Die dortigen Trainer sind sehr stark“, schwärmte er. „Klopp, Tuchel, aber auch eben Löw.“ Würden „französische, portugiesische, deutsche oder sonstige Kandidaten in Frage kommen“, sollten den Deutschen Vorrang gelten.
Diese Meinung teilte Andrej Kantschelskis, ehemaliger Nationalspieler, der auch mehrere Jahre für Manchester United gekickt hatte. Sollen sich die Chefs des russischen Fußball-Verbands für einen Ausländer entscheiden, wäre Löw „die ideale Variante“. „Von allen Ausländern wäre er die Nummer eins“, fügte er hinzu. Domenico Tedesco und Stefan Kuntz wurden ebenfalls unter deutschen Kandidaten für den Posten des russischen Nationaltrainers erwähnt.
Selbstverständlich sollten derartige Spekulationen kaum ernst genommen werden. Allein schon, weil sich Löw nach dem Fiasko bei der WM 2018 in Russland und dem jüngsten äußerst bescheidenen EURO 2020-Abschneiden kein drittes Debakel leisten möchte. Dieses wäre aber vorprogrammiert: Während sich die „Sbornaja“ momentan in ziemlich desolatem Zustand befindet, stehen bereits in einem Monat Qualifikationsspiele zur WM-2022 an.
Eine Mehrheit von Fußball-Experten ist allerdings der Meinung, ein russischer Coach wäre in der heutigen Situation besser geeignet. Höchstwahrscheinlich wird im Endeffekt ein einheimischer Trainer für diese „Kamikaze“-Rolle überredet. Die Tatsache aber, dass Joachim Löw, der momentan in seiner Heimat nicht gerade hoch im Kurs steht, in Russland weiterhin verehrt wird, würde er sicherlich dankend zur Kenntnis nehmen.
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