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„Gedankt wurde Russen das nicht“: Nord-Stream-2-Chef wirft USA „unberechenbare Politik“ vor

© SNA / Dmitri Leltschuk / Zur BilddatenbankBau der Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland (Archiv)
Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland (Archiv) - SNA, 1920, 12.07.2021
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Matthias Warnig, Chef von Nord Stream 2, hat in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ darauf hingewiesen, dass die USA den Bau der Ostseepipeline erheblich behindert und verteuert hatten. Als Beispiel führte er die Situation mit dem Gastransit über die Ukraine an.
Die USA verlangen laut dem Interview Zugeständnisse, damit sie die Gasleitung akzeptieren. Berlin pochte seit Jahren darauf, dass der Gastransit durch die Ukraine auch nach der Fertigstellung der Pipeline gesichert sein muss. Die Bundesregierung habe dies eingefordert, Ende 2019 haben Russland und die Ukraine einen Vertrag über den Transit von 40 Milliarden Kubikmetern Erdgas jährlich bis Ende 2024 geschlossen. Diese Menge gehe wesentlich über die ursprünglichen Erwartungen hinaus.
„Gedankt wurde den Russen das nicht. Die Russen sind in Vorleistung gegangen - und obwohl der Transitvertrag zustande kam, haben die USA anschließend mit ihren Sanktionen die Unterbrechung der Arbeiten an der Pipeline erzwungen“, sagte Warnig. „Das hat deutlich gemacht, wie unberechenbar amerikanische Politik sein kann, und in Russland viel Vertrauen zerstört.“
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Warnig, CEO der Nord Stream 2 AG, äußerte seine Zuversicht, dass es auch nach 2024 einen Gastransit durch die Ukraine geben wird. Auch die Bundesregierung bekräftigte am Montag, dass die Ukraine Transitland für Gas aus Russland bleiben muss. Die Weichen dafür seien bereits gestellt, wie der Regierungssprecher Steffen Seibert mit Hinweis auf den Gasvertrag zwischen Moskau und Kiew sagte. „Es ist ein Projekt der Wirtschaft“, sagte er.
Mit Blick auf weitere mögliche US-Sanktionen gegen das Projekt sagte Warnig, dass das Risiko hoch sei. Washington habe dem Projekt eine Verzögerung von anderthalb Jahren beschert und „Kosten weit oben im dreistelligen Millionenbereich verursacht“, sagte er.
Was die Aussichten für die Erdgasnutzung betrifft, geht Warnig von einem wachsenden Bedarf aus, obwohl viele Klimaschützer nach dem Kohleausstieg nun auch einen Gasausstieg fordern. Das Unternehmen prüfe derzeit, ob die Pipeline sich für den Transport von Wasserstoff eigne. Obwohl die Prüf- und Zertifizierungsgesellschaften sich wegen der Sanktionsdrohungen zurückhielten, erscheine es „sehr realistisch, dass wir in spätestens zehn Jahren in einem oder beiden Strängen Wasserstoff beimischen und damit transportieren können“.
Bislang sind 98 Prozent der Pipeline fertiggestellt. Ende August sollen Bauarbeiten beendet sein, hieß es.
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