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Nach Regenbogen-Binde und Kniefall-Geste: DFB wegen Qatar Airways als potenzieller Sponsor in Kritik

© REUTERS / IBRAHEEM AL OMARIEin Flugzeug von Qatar Airways.
Ein Flugzeug von Qatar Airways. - SNA, 1920, 12.07.2021
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beendet offenbar seine Partnerschaft mit Lufthansa und führt Gespräche mit der staatlichen Qatar Airways. Wegen der problematischen Lage mit den Menschenrechten im WM-2022-Gastgeber sorgt das für Kritik - vor allem, weil die deutsche Nationalmannschaft sich ansonsten für die Vielfalt und gegen Rassismus einsetzt.
Die deutschen Nationalspieler haben vor dreieinhalb Monaten mit der Aufschrift „Human rights“ – Menschenrechte – schon eine Botschaft in Richtung Katar geschickt. Dann hat der Torhüter und Kapitän Manuel Neuer während der EM mit seiner Regenbogen-Kapitänsbinde ein Zeichen für die Toleranz und Vielfalt gesetzt. Beim Spiel gegen England gingen die Spieler dann gemeinsam auf die Knie – als Zeichen der Solidarität mit der „Black Lives Matter“-Bewegung und generell gegen Rassismus.
Doch, wie gesagt, Geld stinkt nicht – schon seit Jahren wird der Emirat Katar wegen der Menschenrechtslage um die Gastarbeiter und der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe kritisiert. Auch die deutsche Nationalmannschaft hat sich an dieser Kritik beteiligt. Im Allgemeinen wird den Qatar Airways und der Qatar Foundation, die im Sport und speziell beim Fußball globale Sponsoren sind, das sogenannte „Sportwashing“ vorgeworfen, d.h., dass sie das eigene Image durch das Engagement im Sport aufbessern wollen.
Doch nun wird aus Berichten der „Bild am Sonntag“ und der „Süddeutschen Zeitung“ bekannt, dass das DFB-Präsidium jedoch bereits vergangene Woche den Beschluss zum vorzeitigen Vertragsende mit dem bisherigen Partner Lufthansa zum 31. Dezember gefasst und der kleinere DFB-Präsidialausschuss bereits Kontakt zu Qatar Airways aufgenommen haben sollen. Es ist auch klar: die wegen der Corona-Pandemie höchst angeschlagene Lufthansa sollte selbst mit einem Milliarden-Paket der Bundesregierung gerettet werden, und die Qatar Airways haben nach wie vor viel Geld. Gespräche des DFB dürften bisher aber nicht den Start der Verhandlungen bedeuten.

„Völlig den Kompass verloren“

Jedoch reichen die aufgetauchten Informationen für eine weitgehende Kritik am DFB. „Die EM 2021 hat gezeigt, wie weit sich der Fußball von Europa entfernt hat – fast alle EM-Sponsoren stammen aus Asien, den USA oder Katar“, schreibt der Grünen-Politiker Cem Özdemir auf Twitter. „Wenn der DFB einen nachhaltigen Weg gehen will, sollten die Gespräche mit Qatar Airways nicht geführt werden.“
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Der SPD-Innenpolitiker und niedersächsische Sportminister Boris Pistorius nannte es seinerseits „beschämend“, dass „ein angeblich gemeinnütziger Verein wie der DFB, der die Nationalmannschaft für Human Rights Position beziehen lässt, mit derart fragwürdigen Sponsoren verhandelt“. Der Verband habe „offensichtlich völlig den Kompass verloren“, sagte Pistorius der „Welt“, und „sich auf direktem Weg ins gesellschaftliche Abseits“ manövriere. Ein Vertragsabschluss wäre „ein verheerendes Signal für den deutschen Fußball insgesamt“.
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Thorsten Frei bezeichnete die Debatte weiter als „eine schwere Belastung für die Nationalmannschaft bei der kommenden Weltmeisterschaft“. Auch laut der stellvertretenden Fraktionsvorsitzende der Linken, André Hahn, wäre das ein „völlig falsches Signal an die Herrschenden in Katar“. Der DFB müsse sich der Außenwirkung solcher Verhandlungen deutlich bewusst werden, warnte seinerseits der FDP-Politiker Gyde Jensen gegenüber der „Bild am Sonntag“.
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