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Schwerstes Schiffsunglück in Europas Nachkriegsgeschichte: Neue Studie von „Estonia“-Wrack begonnen

© CC0 / jggrz / PixabayOstsee, Symbolbild
Ostsee, Symbolbild - SNA, 1920, 10.07.2021
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Knapp 27 Jahre nach dem Untergang der Ostsee-Fähre „Estonia“ haben Ermittlungsbehörden aus Estland und Schweden mit neuen Untersuchungen am Wrack des Schiffes begonnen, wie einer Behördenmitteilung zu entnehmen ist.
Seit Freitag findet bis zum 18. Juli laut der schwedischen Havariekommission eine Vorstudie statt, bei der das Wrack und der Meeresboden mit Echolot- und Sonargeräten untersucht werden. Auch ein Unterwasserroboter mit Kamera kommt zum Einsatz.
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Das schwedische Schiff „Electra af Askö“ und die estnische „Eva 316“ trafen demzufolge in der Nacht zum Freitag für die Vorstudie an der Unglücksstelle ein. Auf einem weiteren Schiff der estnischen Grenzwache hielten Bischöfe aus Finnland, Schweden, Estland und Lettland mittags zunächst eine Gedenkzeremonie für die Opfer ab.
Bis zum Freitagabend wurden Untersuchungen mit einem sogenannten Multibeam-Echolot durchgeführt. Wegen hohen Seegangs wurden die Arbeiten rund um das in knapp 80 Metern Tiefe liegende Wrack am späten Abend zunächst abgebrochen. Wie es am Samstag weitergehen solle, sei von den Wettervorhersagen abhängig.
Die meisten Recherchen werden laut der Mitteilung von der Stockholmer Universität SU unternommen. Die erhobenen Daten sollen später visualisiert werden, was mehrere Monate dauern kann.

„Estonia“-Untergang

Die „Estonia“ war eine RoPax-Ostseefähre, die am 28. September 1994 auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der finnischen Insel Utö sank. 852 Menschen starben, nur 137 überlebten, womit der Untergang als schwerste Schiffskatastrophe in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg gilt.
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Laut dem offiziellen Untersuchungsbericht aus dem Jahr 1997 war das abgerissene Bugvisier die Ursache für den Untergang. An der Unglücksursache gibt es aber bis heute Zweifel.
Dokumentarfilmer hatten vergangenes Jahr enthüllt, dass sie mit einem Tauchroboter unter anderem ein mehrere Meter großes Loch im Schiffsrumpf entdeckt haben. Überlebende und Hinterbliebene fordern seit langem, dass die Untersuchungen wieder aufgenommen werden.
Weil viele der Toten nicht geborgen werden konnten, steht das Wrack als Ruhestätte unter Schutz und darf gemäß einem verhängten Grabfrieden nicht aufgesucht werden. Schweden hat nach den Enthüllungen gesetzliche Änderungen auf den Weg gebracht, damit Behörden die Funde genauer untersuchen können. Diese Änderungen sind Anfang Juli in Kraft getreten.
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