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Afghanistan
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Taliban erobern weiteren Grenzdurchgang zum Iran

© REUTERS / TATYANA MAKEYEVAPressekonferenz des politischen Büros der Taliban in Moskau
Pressekonferenz des politischen Büros der Taliban in Moskau - SNA, 1920, 09.07.2021
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Die radikal-islamischen Kämpfer haben der Agentur „Pajhwok“ zufolge den Grenzposten Abu Nasr Farahi im Westen Afghanistans an der Grenze zum Iran erobert. Zugleich haben die Taliban versprochen, die Sicherheit der Nachbarländer nicht zu gefährden.
Die radikalen Islamisten hatten Medienberichten zufolge bereits andere Durchgangsposten an der Grenze zum Iran unter ihre Kontrolle gebracht. Auch Durchgänge an den Grenzen zu Tadschikistan und Turkmenistan wurden eingenommen. Ein Vertreter der Taliban* sagte allerdings, die Nachbarländer müssten sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen.

Eskalation der Sicherheitslage

Seit die Nato mit dem Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan begonnen hat, sind die Taliban landesweit auf dem Vormarsch und haben bereits zahlreiche Bezirke erobert. Die Nato-Führungsmacht USA plant, ihre Soldaten bis zum August vollständig zurückzuholen. Sie hatten gemeinsam mit Nato-Partnern, darunter Großbritannien und Deutschland, kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan interveniert.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte kürzlich, durch den Truppenabzug aus Afghanistan würden die USA faktisch anerkennen, mit ihrer Mission gescheitert zu sein. Mit der Intervention 2001 hatten sich die Vereinigten Staaten unter anderem das Ziel gesetzt, das Land von islamistischen Terroristen zu befreien und zu befrieden.
Stattdessen spitzt sich die Sicherheitslage in Afghanistans weiter zu, auch und besonders in den Grenzregionen im Norden des Landes. Vor wenigen Tagen flohen mehr als 1000 afghanische Soldaten aus Angst um ihr Leben vor den islamistischen Taliban-Kämpfern in das Nachbarland Tadschikistan, nachdem Angehörige der afghanischen Regierungstruppen bereits in den Tagen zuvor in die zentralasiatische Ex-Sowjetrepublik geflüchtet waren.
Russland beobachtet die Situation an der afghanisch-tadschikischen Grenze aufmerksam, denn das russische Militär unterhält Truppenstützpunkte in Tadschikistan. Die russische Regierung warnte vor einer Destabilisierung in Afghanistan, erklärte jedoch, eine Entsendung russischer Truppen in das Land werde es nicht geben.
Provinz Badghis, Afghanistan (Archivbild) - SNA, 1920, 07.07.2021
Afghanistan
Afghanistan: Taliban ziehen erstmals gegen Provinzhauptstadt los
Derzeit hält sich eine politische Delegation der Taliban zu Gesprächen in Moskau auf. Beim Treffen mit dem russischen Afghanistan-Beauftragten Samir Kabulow haben die Gesandten zugesagt, die Nachbarländer nicht gefährden und Afghanistan vom IS* freihalten zu wollen. An die Vereinigten Staaten haben die Taliban-Vertreter das Angebot eines Neuanfangs in den Beziehungen gerichtet: Man sei bereit, von Null auf neu zu beginnen.
* unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist
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