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Wegen Kinderimpfungen: Hendrik Streeck bringt Karl Lauterbach live in Bedrängnis

© AFP 2021 / HANNIBAL HANSCHKEBundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht mit dem SPD-Politiker und Professor für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie Karl Lauterbach vor einer Pressekonferenz zur Situation der Coronavirus, Januar 2021. Symbolfoto
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht mit dem SPD-Politiker und Professor für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie Karl Lauterbach vor einer Pressekonferenz zur Situation der Coronavirus, Januar 2021. Symbolfoto - SNA, 1920, 09.07.2021
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Bei „Maybrit Illner“ im ZDF ist es am Donnerstagabend zu Zoff zwischen dem Virologen Hendrik Streeck und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gekommen. Der Hauptvorwurf ist, Lauterbach trage mit seinen Angriffen auf die Ständige Impfkommission (Stiko) zur Spaltung der Gesellschaft bei. Was weiß Lauterbach darauf zu antworten?
Beim Thema des Abends „Zurück in Leben – mehr Freiheit, weniger Vorsicht?“ hat Lauterbach als einer der Gäste die Corona-Impfungen für Kinder angesprochen. Er will diese schon lange und fordert damit die Stiko, die eine generelle Impfempfehlung für Kinder immer noch verweigert, dauerhaft heraus. In der Sendung legte er bei den Kinderimpfungen nach: „Wenn wir es nicht machen, werden wir in den Schulen im Herbst eine massive Durchseuchung mit der Delta-Variante sehen. Dann impfen wir im Prinzip die Kinder durch Durchseuchung.“
Streeck ist dagegen jemand, der die Stiko-Haltung nachvollziehen kann. Als er die Argumentation von Lauterbach nicht mehr aushält, geht er direkt in die Offensive. Er sagt, er finde, dass das, was Lauterbach mache, nämlich die Stiko zu attackieren, ein wenig zur Spaltung in der Gesellschaft beitrage. Bevor Lauterbach sich zu erklären versucht, fährt Streeck fort:

„Ich finde es auch höchst unanständig, wie Sie mir, zum Beispiel, in Interviews unterstellen, dass ich den Lockdown überflüssig finde. Ich habe dreimal, viermal gesagt, dass ich den Lockdown sogar alternativlos finde. Damit tragen Sie aber zur Spaltung bei, und ich finde, das hat so einen Wahlkampfstil, der einfach für eine Pandemie nicht angebracht ist.“

Hendrick Streeck
Virologe
Streeck denke dagegen an die Leute, die sich um ihre Existenz Sorgen machen. Er sei nicht im Wahlkampf und möchte pragmatische Lösungsvorschläge machen, so Streeck mit einem Lächeln.

Lauterbach: „Da bricht mir kein Zacken aus der Krone“

Verlegen saß Lauterbach da und erklärte seine Position. „Es ging gerade wirklich nicht um Sie. Es ging um die Stiko, und ich habe nicht die Stiko angegriffen, sondern ich habe wissenschaftlich versucht herzuleiten, dass ich mit dem Inhalt der Entscheidung nicht zufrieden bin. Und das ist keine Majestätsbeleidigung.“
Wo er mit den Entscheidungen der Stiko einverstanden sei, wie bei der Kreuzimpfung nach Astrazeneca mit mRNA-Impfstoffen, da lobe er sie, und wo nicht, da kritisiere er sie inhaltlich – und „nie persönlich“, argumentierte Lauterbach. So auch bei seiner Kritik an Streeck. „Ich bin tatsächlich der Meinung, dass Sie den einen oder den anderen Lockdown, den wir dringend benötigt hätten, entweder nicht gefordert haben, wo er hätte gefordert werden müssen, oder sogar abgelehnt haben. Aber dort, wo Sie Recht gehabt haben, da gebe ich Ihnen Recht. Ich habe gelobt, dass Sie die Saisonalität relativ früh erkannt hatten. Da bricht mir kein Zacken aus der Krone.“ Lauterbach glaube also, sehr eng „am Inhalt zu segeln und nie zu spalten“. Auch Streeck habe er noch nie persönlich kritisiert. „Das mache ich grundsätzlich nicht. Ich schätze Ihre Qualifikation und Arbeit.“
Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) - SNA, 1920, 05.07.2021
„Nicht von den Lauterbachs in die Enge treiben lassen“ – Hubert Aiwanger (Freie Wähler)
Mit seiner Arbeit hat sich der SPD-Politiker Karl Lauterbach viele Fans, aber auch viele Kritiker erworben, die den 58-Jährigen öfter ungenauer Einschätzungen überführen. Ende Juni behauptete Lauterbach etwa ohne Beweise, in Großbritannien lägen jetzt viele Kinder mit Covid in Kliniken. Die britische Gesundheitsbehörde hatte das anschließend dementiert. Auch der Kassenarztchef Andreas Gassen warf Lauterbach Panikmache vor.
In einem neuen „Spiegel“-Interview hat Lauterbach den Wunsch geäußert, Deutschlands Gesundheitsminister zu werden. Weil er aber seit der Corona-Pandemie angefeindet wird, dürfe er viele Dinge ohne Personenschützer nicht mehr machen. Bei der kommenden Bundestagswahl tritt der Bundestagsabgeordnete Lauterbach für den Wahlkreis 101 Leverkusen und Köln Mülheim auf.
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