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Europa steht vor umgekehrtem Brain Drain

Büro (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.07.2021
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Bis zu 3,5 Millionen hochqualifizierte Fachkräfte könnten in ihre Heimat zurückkehren. Das sind die Ergebnisse einer Forschung der Higher School of Economics Moskau, der Katholischen Universität Löwen (Belgien) und der Universität Lille (Frankreich).
Da die Pandemie anhält und Fernarbeit in einigen Branchen zur Norm wird, kehren Fachkräfte, die einst in anderen Ländern gearbeitet haben, nach Hause zurück. Wie stark kann diese Bewegung sein und welche Folgen hat sie für das wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Leben?
In den anderthalb Jahren seit Beginn der Pandemie haben Wissenschaftler untersucht, wie sich steigende Menschenzahlen, rückläufige Geschäftsaktivitäten und schwindende soziale Interaktionen auf die Wirtschaft sowie die Nachfrage nach Büros und ausländischen Arbeitskräften auswirken. Ökonomen interessierten sich für die Frage, deren Beantwortung die Zukunft des Arbeitsmarktes klären wird: Welcher Anteil der Menschen bleibt im Homeoffice, und wie viele von ihnen werden Migranten sein, die ohne Ortswechsel in ihre Heimatländer zurückkehren können?
Der rückgängige Brain Drain kann zu einem zusätzlichen Kapitalabfluss aus den Ländern führen, in denen die Arbeitgeber ansässig sind: Fern arbeiten in der Regel qualifizierte Fachkräfte mit relativ hohen Gehältern, die sie in ihrem Wohnsitzland ausgeben.
Die Wissenschaftler haben zwei Ansätze genutzt, um abzuschätzen, welcher Anteil der Beschäftigten dauerhaft bleiben könnte. Im ersten Fall wurde die Situation in Ländern, in denen Fernarbeit noch vor der Pandemie verbreitet war, als potenzielle zukünftige „Norm“ angesehen – in Dänemark, den Niederlanden und Schweden. Der zweite Ansatz stützt sich auf Berechnungen, die nach Beginn der Pandemie veröffentlicht wurden.
In der Schweiz gibt es mehr Migranten, die ein für Fernarbeit geeignetes Amt bekleiden – 16,6 Prozent. In Österreich, Belgien, Irland und Schweden beläuft sich diese Zahl auf mehr als fünf Prozent. In Süd- und Osteuropa ist dieser Wert deutlich niedriger: In Ungarn, Griechenland, Polen und Spanien weniger als ein Prozent.
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Die erzielten Ergebnisse (3,5 Millionen potenzielle Auswanderer) seien als Obergrenze der möglichen Migration zu betrachten, heißt es in der Studie – eine solche Zahl von Arbeitnehmern könnte in ihre Heimat zurückkehren. Der Großteil der potenziellen Rückkehrer entfällt auf europäische Länder, Mitglieder und Nichtmitglieder der Europäischen Union. Es gibt viel weniger Migranten aus den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas, die in Europa auf Fernarbeit umsteigen könnten (300.000 bis 400.000).
„Wir sprechen hier eben von qualifizierten Fachkräften, die die Möglichkeit haben, aus dem Homeoffice auf den Arbeits-PC zuzugreifen. Diese Arbeitnehmer besitzen nicht nur hohe Gehälter, sondern auch Kompetenzen und Humankapital. Sie erhöhen die Konsumnachfrage in der Wohnregion und tragen auch zur Bildung eines soziokulturellen Umfelds bei. Wenn es um Hunderttausende Fachkräfte geht, die sich überlegen, in ihr Herkunftsland zu ziehen, so ist das für interessierte Regionen eine Gelegenheit, über zusätzliche Maßnahmen zu sprechen, um sie zurückzugewinnen“, kommentiert Irina Bakalowa, Mitautorin der Studie, Wissenschaftlerin an der Higher School of Economics Moskau.
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