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Deutlich weniger Tote: WHO empfiehlt Interleukin-Blocker gegen Covid-19

© REUTERS / Denis BalibouseWorld Health Organization (WHO)
World Health Organization (WHO) - SNA, 1920, 08.07.2021
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14 Prozent weniger Tote, 28 Prozent weniger Beatmungsfälle: Laut eine Meta-Analyse ist das die Wirksamkeit sogenannter Interleukin-Blocker bei schweren Covid-19-Verläufen. Die WHO empfiehlt den Einsatz weltweit. Aber noch gibt es einen Haken.
Bei schweren Covid-19-Verläufen kommt es immer wieder zur Entgleisung des körpereigenen Abwehrsystems. Dieses wird vermutlich durch einen Abschnitt des Spike-Proteins zu stark stimuliert. Das Ergebnis ist eine unkontrollierte Entzündungsreaktion, ein sogenannter Zytokinsturm.
Zu den Zytokinen, die solche Abläufe steuern, gehört die Gruppe der Interleukine. Bei einer akuten Infektion spielen hier besonders Interleukin-1 und Interleukin-6 eine wichtige Rolle. Bestimmte Antikörper-Präparate können in den Mechanismus eingreifen, indem sie die Stellen, an die eigentlich diese Interleukine andocken, blockieren. Deswegen bezeichnet man sie auch als Interleukin-Rezeptor-Blocker.
Insbesondere die Blocker des Interleukin-6-Rezeptors, die laut Ärzteblatt ursprünglich bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wurden, haben sich als wirksam gezeigt, sodass die Weltgesundheitsorganisation diese empfohlen hat – allerdings nur zusammen mit Corticoiden, die ebenfalls entzündungshemmend wirken.
WHO-Chef Adhanom Ghebreyesus spricht auf Twitter von einem „Durchbruch“ und bezieht sich damit auf eine Meta-Analyse, die am Mittwoch im „Journal of the American Medical Association“ (JAMA) erschienen ist. In dieser Studie wurden insgesamt 27 verschiedene Studien untersucht, die solche Präparate eingesetzt hatten.
Das Ergebnis der Studien: etwa 14 Prozent weniger Todesfälle sowie um 28 Prozent weniger Fälle, die künstlich beatmet werden mussten. Das ist vielleicht nicht das herbeigesehnte Wundermittel, aber eine beachtliche Steigerung.
Allerdings hat die Behandlung einen Schwachpunkt, und das sind die hohen Kosten von solchen Antikörper-Präparaten. Das Mittel Tocilizumab, das am besten abgeschnitten hatte, ist aus Sicht der Organisation Ärzte ohne Grenzen für den „Großteil der Welt unbezahlbar“ und liegt deutlich über den Produktionskosten.
Die Organisation fordert den Hersteller auf, die Kosten für die Dauer der Pandemie deutlich zu senken. Derzeit bewegen sie sich zwischen 3.625 US-Dollar pro 600 Milligramm in den USA und 410 US-Dollar in Australien. Ärzte ohne Grenzen schätzt die Produktionskosten auf etwa 40 Dollar je 400 Milligramm ein. Es ist also einiges an Luft nach unten.
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