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Kurdisches Lokal in Chemnitz 2018: LKA Sachsen sieht Versicherungsbetrug statt Nazi-Brandstiftung

© AFP 2021 / ODD ANDERSENEin Banner über einer Karl-Marx-Statue in Chemnitz im November 2018, Ostdeutschland, als Bundeskanzlerin Angela Merkel Chemnitz nach gewalttätigen rechtsextremen Protesten besucht.
Ein Banner über einer Karl-Marx-Statue in Chemnitz im November 2018, Ostdeutschland, als Bundeskanzlerin Angela Merkel Chemnitz nach gewalttätigen rechtsextremen Protesten besucht. - SNA, 1920, 08.07.2021
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2018 hat man in Chemnitz nach dem Brand in einem kurdischen Restaurant noch wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Verbindung mit besonders schwerer Brandstiftung ermittelt. Nun berichtet das Landeskriminalamt Sachsen, dass der damalige Lokalbesitzer das Feuer selbst gelegt haben soll.
Das Polizeiliche Terrorismus-und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) hatte 2018 den Fall übernommen, da eine politische Motivation für die Tat nicht auszuschließen war, heißt es in einer Mitteilung des LKA vom heutigen Donnerstag. Die Ermittlungen wurden zunächst in alle Richtungen geführt.
Letztendlich fanden sich aber keine Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche Tatmotivation. Vielmehr erhärtete sich der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung gegen den damaligen Inhaber des Restaurants. Das Motiv war vermutlich Versicherungsbetrug, heißt es weiter in der LKA-Mittelung.
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Die Durchsuchungsmaßnahmen am Mittwoch richten sich gegen den ehemaligen kurdischen Restaurantbetreiber und vorgeblich Geschädigten sowie einen Mittäter. Am Donnerstag wurden dann noch die Wohn- und Geschäftsräume der beiden Beschuldigten sowie einer Zeugin durchsucht.
Bei den Durchsuchungsmaßnahmen in Chemnitz und Frankenberg will das LKA umfangreiches Beweismaterial gesammelt haben, das jetzt ausgewertet wird. Der damalige Besitzer sowie der Mittäter wurden vorläufig festgenommen.
Wie das LKA erinnert, hatte durch das Feuer in der Nacht zum 18. Oktober 2018 Lebensgefahr für die fünfzehn Bewohner des Mehrfamilienhauses bestanden, in dessen Erdgeschoß das Restaurant lag. Nur durch schnelle Evakuierungen und das professionelle Handeln der eingesetzten Feuerwehr wurde niemand dauerhaft verletzt. Es entstand ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe.
Auf Twitter sorgt die Nachricht gerade für Spott und Unmut, indem vor allem die Schlagzeilen der Zeitungen damals und heute verglichen werden.
Die Medien vermuteten damals einen weiteren Angriff durch rechtsextreme Gewalttäter, zu der Zeit schon den vierten auf ein ausländisches Restaurant nicht einmal in zwei Monaten. Nun soll es nicht stimmen. In anderen Fällen wurde der Hauptverdacht einer ausländerfeindlichen Tatmotivation bisher nicht widerlegt.
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