Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Nach Vorstoß, Corona-Maßnahmen mit Impfangebot aufzuheben: Spahn verweist Maas auf seinen Platz

© AFP 2021 / TOBIAS SCHWARZBundesgesundheitsminister Jens Spahn im Gespräch mit Außenminister Heiko Maas vor der wöchentlichen Kabinettssitzung in Berlin am 15. Mai 2019. Symbolfoto
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn  im Gespräch mit Außenminister Heiko Maas vor der wöchentlichen Kabinettssitzung in Berlin am 15. Mai 2019. Symbolfoto - SNA, 1920, 07.07.2021
Abonnieren
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lässt sich den neuesten Vorschlag von Bundesaußenminister Heiko Maas zur Aufhebung aller Corona-Maßnahmen nicht gefallen. Maas hat zuvor aufgefordert, auf alle Maßnahmen zu verzichten, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekämen.
„Ich wundere mich, wer sich manchmal wie zu Wort meldet“, kritisierte Spahn (CDU) am Mittwoch in einem „Deutschlandfunk“-Interview. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht verwirren. Im August können nicht alle, die wollen, eine Zweitimpfung bekommen haben“, sagte er weiter mit Blick auf die Forderung von Maas.
Diese hatte der SPD-Politiker am Vortag mit der rechtlichen Grundlage für die Einschränkungen der Freiheiten in Verbindung gebracht. „Wenn alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot haben, gibt es rechtlich und politisch keine Rechtfertigung mehr für irgendeine Einschränkung“, sagte Maas der Deutschen Presse-Agentur und der „Süddeutschen Zeitung“. Seine Argumente sorgen in Deutschland aktuell für politische Turbulenzen.

„Wer sich heute nicht impfen lassen möchte, darf sich morgen nicht wundern, wenn die Party ohne ihn steigt“, warnte Gesundheitsminister Spahn weiter im Deutschlandfunk. Man müsse bei Corona-Lockerungen einen Unterschied machen, ob jemand geimpft sei oder nicht. „Wer nicht geimpft ist, kann nicht erwarten, dass die anderen auf ihn aufpassen“.

Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister
Kontaktbeschränkungen, Ausgangsbeschränkungen, Beschränkungen, an Veranstaltungen teilzunehmen, sollte es für einen Geimpften aber nicht geben.
Nicht zuletzt hat Spahn wieder für die Impfungen für ältere Kinder plädiert. „Ich wäre dafür, dass wir Impfungen auch für zwölf bis 18-jährige Kinder und Jugendliche, die das für sich entscheiden, möglich machen“, sagte Spahn weiter. Mit 14, 15 Jahren könne man sich schon eine Meinung bilden. Es gebe einen zugelassenen Impfstoff und eine Impfempfehlung, behauptete er. In der Tat verweigert die Ständige Impfkommission trotz politischen Drucks immer noch eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder.

Maas bekommt Unterstützung von Ziemiak und Kubicki

Mittlerweile hat Maas sogar vom CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak Zuspruch bekommen. Wenn genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, müsse man auch wieder „zu einer neuen Normalität zurückkehren“, erklärte Ziemiak am Dienstag in Berlin. Ungeimpfte könnten dann zunehmend weniger erwarten, dass die Gesellschaft an Maßnahmen festhalte, um auch diejenigen zu schützen, „die sich nicht haben impfen lassen“.
Auch der FDP-Veteran Wolfgang Kubicki hat sich auf Maas’ Seite gestellt. „Heiko Maas ist das erste Mitglied der Bundesregierung, das eine klare und verbindliche Zielmarke zur Beendigung der Corona-Maßnahmen formuliert“, lobte Kubicki. Demnach müssten die Grundrechtseinschränkungen in den nächsten Wochen beendet werden. „Schade, dass dieser Außenminister auch innenpolitisch ein Leichtgewicht ist, denn weder in der Bundesregierung noch in seiner eigenen Partei scheint man seine Meinung zu teilen“, bedauerte er auf seiner Facebook-Seite.
Bundesaußenminister Heiko Maas  - SNA, 1920, 06.07.2021
„Wenn alle ein Impfangebot haben“: Maas fordert Ende aller Corona-Auflagen
Als dann Spahn den Plänen von Maas eine Absage erteilte, warf Kubicki dem CDU-Gesundheitsminister indirekt Autoritarismus vor. Zu sehr würde sich Spahn in der Rolle des Bundeserziehungsberechtigten fühlen, der „die Rücknahme von Grundrechtseinschränkungen allen Ernstes als eine Art Belohnung für eine Impfung verkauft“, immerhin müsse eine Impfung ja „einen Unterschied machen“. Das ist aus Kubickis Sicht aber nicht nur „infantil“ argumentiert, sondern auch sehr „autoritär“ gedacht.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала