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Der Fettleibigkeit auf den Leib rücken: Semaglutid in USA zugelassen

© AFP 2021 / LINDSEY PARNABYÜbergewicht (Symbolbild)
Übergewicht (Symbolbild)  - SNA, 1920, 07.07.2021
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Eigentlich ist Semaglutid ein Diabetesmittel, aber diverse Studien haben gezeigt, dass es zugleich als Abnehmmittel sehr wirksam ist. Deshalb hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde nun das Mittel auch gegen Adipositas zugelassen. Europa und Großbritannien könnten bald nachziehen.
Eigentlich ist der Wirkstoff Semaglutid des dänischen Pharmaunternehmens Novo Nordisk zur Behandlung von Typ-2-Diabetes gedacht und auch seit 2018 in Deutschland auf dem Markt. Aber es zeigte sich schnell, dass der Stoff auch gegen Fettleibigkeit wirkt.
Entsprechende klinische Studien wurden aufgerollt. Die größte Phase-III-Studie mit fast 2000 Teilnehmern zeigte recht deutlich: Fast 15 Prozent Gewichtsverlust über einen Zeitraum von 68 Wochen erreichten die Studienteilnehmer im Schnitt. Dazu mussten sie sich einmal wöchentlich 2,4 Milligramm des Mittels unter die Haut spritzen.
„Kein anderes Medikament kam bisher auch nur in die Nähe dieses Gewichtsverlust – das ist wirklich ein Gamechanger“, kommentierte Rachel Batterham, eine der Hauptautorinnen der Studie, die Resultate. Die Ergebnisse wurden denn auch an die Arzneimittelbehörden der USA, Europas und Großbritanniens übermittelt, zur Begutachtung und Zulassung.
In den USA, deren Bevölkerung stark von Fettleibigkeit betroffen ist, haben die Daten überzeugt und die zuständige Behörde (FDA) hat das Mittel im Juni zugelassen. In Europa und Großbritannien könnte es bald auch soweit sein.
Semaglutid greift in hormonelle Prozesse ein, die im Darm ablaufen und die Insulinausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse beeinflussen. Eine Wirkung des Stoffes ist aber auch, dass er den Appetit zügelt.
Das Mittel hat natürlich auch seine Schattenseiten: Zu den gewöhnlichen Nebenwirkungen zählen laut der Pharmazeutischen Zeitung vor allem Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Übelkeit, Durchfall oder Blähungen, aber auch Kopfschmerzen und Müdigkeit. Daneben soll es auch Warnhinweise zu Schilddrüsentumoren, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, schweren allergischen Reaktionen und einer Reihe weiterer schwerer Gesundheitsprobleme, die während der Studie auftraten und eventuell mit der Einnahme in Zusammenhang stehen können.
Außerdem begibt sich ein Patient hier womöglich in eine lebenslange Abhängigkeit von dem Stoff, wie Joachim Spranger, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Endokrinologie und Stoffwechsel an der Charité Berlin betont hat: „Wenn man sich vorstellt, dass ein adipöser 30-jähriger Patient dieses Medikament für die nächsten 40 Jahre spritzt, dann haben wir natürlich unzureichende Erfahrungen, was alles kommen kann“, äußerte er sich gegenüber dem Ärzteblatt.
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