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 - SNA, 1920
Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Afghanistan: Taliban ziehen erstmals gegen Provinzhauptstadt los

© Foto : U.S. Army / Petty Officer 1st Class Mark O'DonaldProvinz Badghis, Afghanistan (Archivbild)
Provinz Badghis, Afghanistan (Archivbild) - SNA, 1920, 07.07.2021
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Radikale Islamisten sind in Afghanistan weiter auf dem Vormarsch und greifen laut DPA erstmals seit Beginn des Nato-Abzugs den Sitz einer Regionalregierung an. Behörden melden Gefechte in der Hauptstadt einer Provinz im Westen des Landes.
Die Sicherheitslage in Afghanistan spitzt sich permanent zu, seit die Nato mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Land begonnen hat. Die radikal-islamistischen Taliban* haben der DPA zufolge inzwischen ein Viertel der Bezirke im Land neu erobert. Das nächste größere Ziel ist Kala-e Nau, Hauptstadt der Provinz Badghis. Der Polizeichef der Provinz bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur am heutigen Mittwoch, man verteidige das Polizeihauptquartier und den Sitz des Provinzgouverneurs.
Zuvor hatten die radikalen Kämpfer mehrere Bezirke der Provinz besetzt, in der Nacht zum Mittwoch sind einem Provinzrat zufolge auch noch die letzten drei unter Kontrolle der Regierung stehenden Bezirke an die Islamisten gefallen. Soldaten und Polizisten aus den besetzten Gebieten sind in die Provinzhauptstadt geflohen, mehrere Regierungsvertreter und hochrangige Polizisten haben sich den Taliban ergeben. Insgesamt sollen Hunderte Regierungskräfte getötet, verwundet, gefangen genommen oder zur Aufgabe überredet worden sein.
Vor dem Truppenabzug der Nato konnten Angriffe auf Provinzhauptstädte mithilfe der amerikanischen Luftwaffe abgewehrt werden. Ob die USA aktuell noch Luftschläge durchführen können, ist unklar: Der Abzug der US-Truppen ist nach Pentagon-Angaben zu 90 Prozent abgeschlossen, die US Air Force hat ihre größte Luftwaffenbasis Bagram vergangene Woche verlassen.
Eien US-Formation in Kandahar, Afghanistan (Archiv) - SNA, 1920, 06.07.2021
Afghanistan
Pentagon spricht von baldigem Abschluss des Afghanistan-Abzugs

Spannungen an den Grenzen

Überdies spitzt sich die Sicherheitslage in den Grenzregionen im Norden Afghanistans zu. Vor wenigen Tagen flohen mehr als 1000 afghanische Soldaten aus Angst um ihr Leben vor den islamistischen Taliban-Kämpfern in das Nachbarland Tadschikistan, nachdem Angehörige der afghanischen Regierungstruppen bereits in den Tagen zuvor in die zentralasiatische Ex-Sowjetrepublik geflüchtet waren.
Russland beobachtet die Situation an der afghanisch-tadschikischen Grenze aufmerksam, denn das russische Militär unterhält Truppenstützpunkte in Tadschikistan. Die russische Regierung warnte vor einer Destabilisierung in Afghanistan, erklärte jedoch, eine Entsendung russischer Truppen in das Land werde es nicht geben.
*unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist
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