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Verständnis für Militär aufbringen: Schäuble warnt vor Distanz zwischen Gesellschaft und Bundeswehr

© AP Photo / Darko VojinovicDer Präsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble.
Der Präsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble.  - SNA, 1920, 06.07.2021
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Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat vor einem wachsenden Desinteresse in Deutschland für die Bundeswehr und militärische Fragen gewarnt.
„Mit der Abkehr von der Wehrpflicht und dem Umbau zur Einsatzarmee hat sich die Bundeswehr professionalisiert. Das Militärische ist zu einer Sache der Willigen und der Wenigen geworden“, sagte Schäuble einem vorbereiteten Redemanuskript zufolge am Dienstag in Berlin.
„Die Distanz der Gesellschaft zu ihrer Armee hat sich dadurch noch vergrößert.“
Schäuble äußerte sich zur Vorstellung des Buches von Sönke Neitzel „Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik – eine Militärgeschichte“.
Das Buch sei ein Plädoyer dafür, der Realität ins Auge zu sehen. „Zu verstehen, was die Erfahrung von Kampf und Gewalt für die Soldaten bedeutet und wieso auch Bundeswehrsoldaten im Krieg Dinge tun, die sie sonst nicht täten“, so Schäuble.
„Es geht darum, sich nicht nur zu empören, sondern auch zu begreifen, weshalb sich einige Soldaten – trotz des Wissens um die deutsche Geschichte – noch immer auf die Wehrmacht beziehen.“
Deutschland müsse darauf bestehen, dass Werte und Regeln gelten, auch unter den besonderen Bedingungen des bewaffneten Einsatzes in Krisengebieten. Nötig sei aber mehr Verständnis für die besondere Lebens- und Berufswelt des Militärs und eine „wirklich ernsthafte öffentliche Debatte über die sicherheitspolitische Rolle Deutschlands in der Welt“. Wenn es nach dem Autor Neitzel gehe, fehle es auch und vor allem in der Politik am notwendigen Verständnis für militärische Belange. Äußerungen von Soldaten in dem Buch machten „nachdenklich“, so der Bundestagspräsident.
Die in Afghanistan gemachten Erfahrungen sollten Demut lehren, sagte Schäuble. Er riet, in Erwartungen zurückhaltender zu sein, klare politische Strategien zu entwickeln und realistischere Ziele für Militärinterventionen zu setzen.
Deutschland habe eine Kultur der militärischen Zurückhaltung verinnerlicht.
„Aber unsere Geschichte kann und darf kein Feigenblatt sein. Sie kann nicht als Ausrede dafür dienen, sich auf Kosten von Partnern und Verbündeten herauszuhalten“, so Schäuble.
„In einer unsicher werdenden Welt, aus der alte Gewissheiten verschwinden und in der das, was in anderen Regionen stattfindet, uns immer stärker selbst unmittelbar betrifft, können wir nicht kneifen und anderen unseren Schutz und unsere Verteidigung überlassen“, betonte der Bundestagspräsident.
Wolfgang Schäuble (Archivfoto) - SNA, 1920, 04.07.2021
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