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Fachjournal „Nature“ sieht überzeugend viele Belege für Wirksamkeit und Sicherheit von Sputnik V

© SNA / Gustavo Vallente / Zur BilddatenbankImpfung gegen das Coronavirus in Spanien
Impfung gegen das Coronavirus in Spanien - SNA, 1920, 06.07.2021
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Die Fachzeitschrift „Nature“ hat in einem Artikel den in Russland entwickelten Corona-Impfstoff Sputnik V unter die Lupe genommen. Demnach belegen viele Studien aus Russland und anderen Ländern die Wirksamkeit und Sicherheit des Vakzins. Allerdings gibt es nach wie vor Fragen zu den Nebenwirkungen.
Fast 70 Länder würden heute Russlands Corona-Impfstoff Sputnik V verwenden, aber seine Zulassung in der EU würde durch Kontroversen und Fragen zu seltenen Nebenwirkungen verlangsamt, schreibt das Fachjournal. Das Vakzin habe bislang auch keine Genehmigung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhalten. Studien aus Russland und vielen anderen Ländern deuteten nun darauf hin, dass es sicher und wirksam sei – aber es blieben Fragen zur Qualität der Überwachung in Bezug auf mögliche seltene Nebenwirkungen offen.
Die wissenschaftliche Gemeinschaft habe mit Empörung reagiert, als Russlands Präsident Wladimir Putin die Registrierung des Impfstoffs 2020 verkündet habe, heißt es weiter. „Wenn die Regierung einen Impfstoff genehmigt, bevor sie die Ergebnisse der Studien kennt, schafft das kein Vertrauen“, zitiert „Nature“ den Epidemiologen Michael Toole vom Burnet Institute in der australischen Hauptstadt Melbourne.
Russlands Gesundheitsministerium hat den von Wissenschaftlern des Gamaleya-Instituts in Moskau entwickelte Impfstoff am 11. August 2020 registriert – einen Monat bevor die Ergebnisse der Phase-I- und Phase-Il-Studien bekannt gemacht wurden.
Trotz fehlender Zulassung durch die EMA oder die WHO stellten mehrere Länder, darunter Südkorea, Argentinien und Indien, bereits Sputnik V her. Auch Indien plane, mindestens 850 Millionen Dosen zu produzieren, um die Impfung seiner Bevölkerung zu beschleunigen. Viele andere Länder wie Ungarn und der Iran importieren Sputnik V, und es sei zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Impfkampagnen geworden, heißt es in dem Artikel weiter.
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Unveröffentlichte Daten von 3,8 Millionen Russen, die mit zwei Dosen geimpft wurden, weisen laut einer Pressemitteilung des Gamaleya-Instituts vom April auf eine Wirksamkeit von 97,6 Prozent hin. Vom Gesundheitsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate veröffentlichte Informationen über rund 81.000 Personen, die zwei Dosen des Impfstoffs erhalten hatten, deuten auf eine Wirksamkeit von 97,8 Prozent bei der Vorbeugung von symptomatischer Covif-19 und eine Wirksamkeit von 100% bei der Vorbeugung eines schweren Krankheitsverlaufs hin.
Russlands Phase-III-Studie ergab laut der Fachzeitschrift auch, dass bereits eine Dosis zu 73,6 Prozent wirksam sei, um einen mittelschweren bis schweren Krankheitsverlauf zu verhindern. Dies führte dazu, dass die russischen Gesundheitsbehörden im Mai die Einzeldosis Sputnik Light genehmigten – auf der Grundlage von Daten aus dem russischen Impfprogramm, die eine Wirksamkeit von 79,4 Prozent bei der Vorbeugung einer symptomatischen Erkrankung ergaben.

Keine Thrombose-Fälle nachgewiesen

Auch über die Nebenwirkungen von Sputnik lasse sich heute mehr sagen. Bisherige Studien legen nahe, dass sie denen der anderen Adenovirus-Impfstoffe ähneln, mit Ausnahme seltener Blutgerinnsel. Im Gegensatz zu den beiden Impfstoffen – AstraZeneca und Johnson & Johnson – haben russische Gesundheitsbehörden keine durch Sputnik V verursachten Thrombose-Fälle gemeldet.
Argentien soll „Nature“ zufolge keine Thrombose-Fälle registriert haben, obwohl es mehr als vier Millionen Dosen des Impfstoffs erhalten hat. Auch Serbien, das Sputnik V aktiv verwendet, hat bisher keine Fälle von Blutgerinnseln gemeldet.
Wissenschaftler sagen, so das Blatt, dass Bedenken hinsichtlich der Überwachung von Nebenwirkungen der Grund sein könnten, warum die WHO und die EMA noch keine Zulassung erteilt hätten. Die WHO habe weitere Daten vom Gamaleya-Institut angefordert, und die Inspektionen der Impfstoffherstellung und klinischer Prüfung seien im Gange. Bisher wurden neun Standorte inspiziert, und die WHO hat Bedenken hinsichtlich eines Produktionsstandorts geäußert. In ähnlicher Weise listet die EMA die Zulassung des Impfstoffs als „kontinuierlich überprüft“ auf.
Die Entwickler von Sputnik warfen der Europäischen Union Voreingenommenheit vor und zitierten einen Kommentar des EU-Binnenmarktkommissars Thierry Breton im März, dass die EU „absolut keinen Bedarf an Sputnik V“ habe.
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Laut dem Magazin gibt es innerhalb der EMA auch eine „pro-Pfizer“-Haltung, die Russlands Streben nach Zulassung von Sputnik V behindert. Ein Sprecher der EMA reagierte jedoch auf diesen Vorwurf mit dem Hinweis, dass für alle Antragsteller von COVID-19-Impfstoffen „die gleichen Standards“ gelten, „egal, wo auf der Welt sie sich befinden“
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