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Schlusslicht Sachsen – „Skepsis gegen Corona-Impfung weit verbreitet“

© SNA / Gustavo Vallente / Zur BilddatenbankImpfung gegen das Coronavirus in Spanien
Impfung gegen das Coronavirus in Spanien - SNA, 1920, 05.07.2021
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Der Freistaat Sachsen steht laut „MDR“ bundesweit an letzter Stelle, was die Impfquote gegen Sars-Cov-2 betrifft. Dabei gilt der Astrazeneca-Impfstoff als besonders unbeliebt. Über 20 Prozent der Sachsen „lehnen Impfung grundsätzlich ab“, geht demnach aus einer aktuellen Studie der Technischen Universität Dresden hervor.
In Sachsen gehe die Impfkampagne nur sehr schleppend voran. Dort sei vor allem der Impfstoff des Unternehmens Astrazeneca besonders unbeliebt, wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am Montagmorgen berichtete.

„Noch vor drei, vier Wochen hörte ich, dass in Hamburg auch junge Leute in den Impfzentren standen und unbedingt Impfungen haben wollten mit Astra. Da hätten sich bei uns junge Leute schon gar nicht mehr impfen lassen“, wurde Klaus Heckemann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Sachsen, zitiert.

„In Sachen Covid-19-Impfungen ist Sachsen bundesweit das Schlusslicht: Weniger als die Hälfte der Menschen im Freistaat hat die Erstimpfung.“ Das deutschlandweite Impfniveau liegt derzeit laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei den Erstimpfungen bei etwa 55,6 Prozent. Bei den Zweitimpfungen liege das ostdeutsche Bundesland im Mittelfeld.
Ein relativ hoher Anteil an sächsischen Menschen sei zu beobachten, „die eine Impfung grundsätzlich ablehnen – 21 Prozent, wie eine Studie des Mercator Forums Migration und Demokratie der TU Dresden ergab.“
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„Wir haben sehr früh mit Pilotpraxen oder Modellpraxen angefangen, wo wir tatsächlich damals noch gar nicht die vollständigen Masken hatten“, sagte die sächsische Sozialministerin Petra Köpping (SPD) laut Bericht. Wenn diese Eingabemasken am Computer nicht ordentlich ausgefüllt würden, gingen sie nicht ins Meldesystem des RKI ein.
Auf der anderen Seite sei bei den sächsischen Ärztinnen und Ärzten auch noch „Luft nach oben. 4000 Arztpraxen könnten theoretisch impfen.“ Tatsächlich täten es derzeit nur 2300, wurde festgestellt.
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Köpping selbst ist dem MDR zufolge bereits mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft. Die Ministerin erklärte weiter: „Ich glaube, dass es auch eine Rolle spielt, dass wir im Winter sehr hohe Inzidenzen hatten und viele Menschen positiv waren, die Krankheit aber gar nicht richtig bekommen haben und deswegen vielleicht auch das Coronavirus auf die leichte Schulter nehmen und sagen: Ist ja nix passiert, warum soll ich jetzt impfen gehen?“
Darüber hinaus gebe es Menschen in Sachsen, die „keine Eile“ hätten, wenn es um die Schutzimpfung geht. Die sich also eventuell später impfen lassen wollen. Dazu komme die Skepsis speziell gegenüber den britisch-schwedischen Impfstoff-Hersteller Astrazeneca. Ein weiterer Faktor für die schwache Impfquote in Sachsen sei, dass Impfstoffe zeitweise verzögert oder nur in zu geringen Mengen geliefert wurden.
In Zeiten bundesweit sinkender Inzidenzwerte gehöre der Freistaat erfreulicherweise zu den Ländern mit besonders niedrigen Infektionsraten. Der sächsische KV-Chef Heckemann warnte im gleichen Atemzug: „Hätten wir zwei Monate eher anfangen können, dann hätten wir zu einer Zeit geimpft, wo wir noch etwa zehnfach höhere Todesfälle pro Tag hatten. Da war noch ein ganz anderes Verständnis in der Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Das nimmt jetzt ab, und das wird weiter abnehmen.“
Umzukehren ist dieser Trend laut Heckmann nicht. Das Land könne sich nur bemühen, ihn auszubremsen.
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