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Zu viel Testosteron: Namibias Medaillenhoffnungen Mboma und Masilingi von Olympia ausgeschlossen

© REUTERS / KIM KYUNG-HOONLogo der Olympischen Spiele
Logo der Olympischen Spiele - SNA, 1920, 05.07.2021
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Wegen zu hoher Testosteronwerte sind die namibischen Top-Läuferinnen über 400 Meter, Christine Mboma und Beatrice Masilingi, von den Olympischen Sommerspielen in Tokio ausgeschlossen worden. Human Rights Watch kritisiert die Testosteronregel als erniedrigend und diskriminierend.
Für Tokio 2020 galt Christine Mboma als Top-Favoritin auf den Sieg über 400 Meter. Gerade erst hatte sie im polnischen Bydgoszcz mit 48,54 Sekunden die beste Zeit des Jahres auf der Stadionrunde hingelegt. Damit stellte die 18-Jährige einen neuen Junioren-Weltrekord auf. Doch nur wenige Tage später ist der Olympia-Traum ausgeträumt. Der Grund: Die Testosteronwerte der namibischen Athletin sind zu hoch. Das teilte das Nationale Olympische Komitee von Namibia mit. Gemäß der Regelung des Leichtathletik-Weltverbandes bezüglich Difference of Sex Development (DSD) aus dem Jahr 2018 darf der Wert bei Läuferinnen auf der Distanz 400 Meter bis eine Meile die Höhe von fünf Nanomol pro Liter nicht überschreiten.
Medienberichten zufolge wird wegen Überschreitung des Testosteronpegels auch Mbomas Trainingspartnerin Beatrice Masilingi von Tokio 2020 ausgeschlossen. Auch sie glänzte in Bydgoszcz mit einer Top-Zeit von 49,53 Sekunden, womit sie die drittschnellste Mittelstreckenläuferin der Welt ist.
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„Es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt. Nicht wenige Menschen in Afrika glauben, dass diese Regel nur für Afrika gilt“, kommentierte laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ Henk Botha den Fall, der Trainer der beiden 18-Jährigen. „Für mich sind sie Mädchen.“
Aktuell klagt Caster Semenya, die zweimalige Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin über 800 Meter, gegen die DSD-Regel vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die 30-jährige Südafrikanerin ist ebenfalls wegen zu hoher Testosteronwerte von den Rennen auf der Mittelstrecke ausgeschlossen.
Mit Blick auf den Fall Caster Semenya hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Ende 2020 gefordert, dass die Testosteronregel des Leichtathletik-Weltverbandes abgeschafft wird. Die Frauen müssten sich häufig erniedrigenden Untersuchungen unterziehen und ihre Körper würden allein auf der Grundlage willkürlicher Definitionen von Weiblichkeit und rassistischen Stereotypen überprüft. Dies sei inakzeptabel, sagte Agnes Odhiambo von Human Rights Watch. Dass die Betroffenen gezwungen würden, ihren Testosteronspiegel durch Einnahme von Medikamenten oder chirurgische Eingriffe zu drücken, um starten zu dürfen, sei klischeehaft, stigmatisierend und diskriminierend, insbesondere für Frauen aus armen Ländern.
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