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Jedes dritte deutsche Unternehmen gendert – aber nur nach außen

© CC0 / mwitt1337 / PixabayArbeitsplatz (Symbolbild)
Arbeitsplatz (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.07.2021
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In rund jedem dritten deutschen Unternehmen wird laut einer Befragung des Münchner Ifo-Instituts und des Personaldienstleisters Randstad eine sogenannte genderneutrale Sprache verwendet.
Demnach nutzten 35 Prozent der Unternehmen in ihrer Außenkommunikation genderneutrale Sprache. Allerdings ergab die Untersuchung auch, dass deutlich weniger Unternehmen (25 Prozent) im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern gendergerechte Formulierungen verwenden.
„Dieses Ergebnis zieht sich durch alle untersuchten Wirtschaftsbereiche“, erklärte Ifo-Forscherin Julia Freuding. „Es zeigt aber auch, dass beim Thema genderneutrale Sprache noch viel Luft nach oben ist.“
Am deutlichsten fiel der Unterschied laut Umfrage bei Dienstleistungsunternehmen aus. Hier gaben 37 Prozent der Unternehmen an, in der Außenkommunikation genderneutrale Sprache zu verwenden, intern lag der Anteil hingegen lediglich bei 25 Prozent. Am geringsten war der Unterschied in der Industrie: Hier gaben 35 Prozent der Unternehmen an, genderneutrale Sprache zu nutzen. Intern lag der Anteil bei 28 Prozent.
Große Unternehmen nutzen dabei häufiger genderneutrale Sprache als kleine. Bei Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden verwenden sie knapp die Hälfte, sowohl intern (50 Prozent) als auch extern (48 Prozent). Bei einer Unternehmensgröße von 50 bis 249 Mitarbeitenden nutzen nur 40 Prozent genderneutrale Sprache in der externen Kommunikation. In der internen Kommunikation sind es nur noch 28 Prozent.
In den letzten Jahren hat das Thema Diversität und Vielfalt in der Unternehmenskultur vor allem bei größeren Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Bei kleineren Unternehmen änderte sich der Fokus auf Diversität kaum. Teilweise nahm er sogar ab. Zwischen den unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen gibt es kaum Differenzen. Weitere Themen der Befragung waren Vielfalt in der Belegschaft, Inklusion, Führungspositionen in Teilzeit sowie die Wirkung von „Diversity Management“ auf das Unternehmen.
Lächeln (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.06.2021
Canon lässt nur lächelnde Mitarbeiter ins Büro
Unter gendergerechter Sprache wird in der Untersuchung Kommunikation verstanden, die nicht mehr das generische Maskulinum verwendet. Dabei wird die männliche Form verwendet, um Gruppen zu beschreiben, in denen Personen mehrerer Geschlechter vertreten sind. Stattdessen werden sogenannte Gender-Sternchen eingesetzt („Teilnehmer*innen“ statt „Teilnehmer“), aber auch andere Formen wie Substantivierungen („Teilnehmende“) werden als genderneutral verstanden.
Für seine Personalleiterbefragung befragt das Ifo-Institut im Auftrag der Randstad Deutschland viermal im Jahr rund 1000 Personalchefs in Deutschland.
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