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Chemikalien aus Deutschland für Kampfstoff in Syrien verwendet – Bericht

© SNA / Sergej MamontowSyrien
Syrien - SNA, 1920, 04.07.2021
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Chemikalien aus Deutschland sollen nach Angaben der schweizerischen „SonntagsZeitung“ in Syrien zur Produktion von Chemiewaffen verwendet worden sein.
Es geht um die berüchtigte Lieferung von fünf Tonnen Isopropanol und 280 Kilogramm Diethylamin von Basel an das kriegsversehrte Syrien Ende 2014. Die Bestellung bei der Schweizer Tochter der deutschen Firma Brenntag in Basel stammte von dem Pharmaunternehmen MPI in Syrien, wie die „Sonntagszeitung“ berichtete.
Beide Stoffe kann man für friedliche Zwecke verwenden – beide Stoffe sind aber auch nötig bei der Produktion von Nervenkampfstoffen. Aber MPI habe nur rund ein Fünftel der bestellten Menge erhalten. Was mit dem Rest geschehen sei, sei unklar. Neue Spuren zeigen, dass ein großer Teil der Stoffe verschwand. Und jetzt versichert ein syrischer Ex-General gemäß der „SonntagsZeitung“, dass sich die Regierung in Damaskus für die Herstellung von Chemiewaffen exakt bei solchen Lieferungen aus dem Westen bediente. "Mit Sicherheit und ohne jegliche Fragen" seien die Stoffe in die Produktion von Chemiewaffen eingegangen, lässt sich der Ex-General zitieren.
Brenntag sagte am Sonntag auf Anfrage, dass die „Lieferung beider Produkte in Einklang mit dem geltenden Recht getätigt wurde“. Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) habe „die Einhaltung der bestimmungsgemäßen Exportabwicklung an MPI vor der Ausfuhr bestätigt. Auch im Nachgang (2018) hat die SECO den Sachverhalt nochmals umfassend geprüft und kein Fehlverhalten festgestellt.“
Aus den Chemikalien lässt sich aber auch der chemische Kampfstoff Sarin herstellen. Mit diesem Gift waren seit 2013 bei Angriffen in Syrien Hunderte Menschen ums Leben gekommen.
Der syrische Ex-General arbeitete nach Angaben der Zeitung im militärischen Chemiewaffenprogramm. Er sei 2013 ins Ausland geflüchtet. Nach seinen Angaben haben Pharmafirmen direkte Verbindungen zum wissenschaftlichen Forschungszentrum des militärischen Chemiewaffenprogramms. Firmen hätten der Regierung geholfen, ein Embargo zu umgehen, das Syrien keinen Zugriff mehr auf Chemikalien für Kampfstoffe gewähren sollte. Anders als in der EU sei der Export von Isopropanol nach Syrien in der Schweiz nicht bewilligungspflichtig, schreibt die Zeitung.
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