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Champagner darf in Russland nicht mehr Champagner heißen – Hersteller setzt Lieferungen aus

© AFP 2021 / JAMIE MCCARTHYMoët & Chandon
Moët & Chandon - SNA, 1920, 04.07.2021
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Die russische Niederlassung des französischen Herstellers Moët Hennessy hat die Lieferungen seiner Luxusmarken wie Veuve Clicquot, Moët & Chandon, und Dom Pérignon nach Russland unbefristet ausgesetzt. Der Grund dafür ist das neue russische Gesetz, das das Wort „Champagner“ nur russischen Schaumweinen vorbehält.
Die Hersteller aus dem französischen Weinbaugebiet Champagne, nach dem das Alkoholgetränk benannt ist, sollen also ihre Erzeugnisse in Russland neu registrieren lassen und als „Schaumwein“ etikettieren. Das Gesetz wurde am 2. Juli von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet.
In der Sowjetunion wurde jeder Schaumwein als „Schampanskoje“ (dt. Champagner) bezeichnet. Obwohl allgemein bekannt ist, dass diese Bezeichnung nicht korrekt ist, ist das ursprüngliche Wort in Russland immer noch weit verbreitet.
Wegen des Namensstreits könnte Russlands Oberschicht nun gezwungen sein, auf ihre beliebteste Champagner-Marke zu verzichten.
Moët Hennessy hat an seine Partner in Russland ein Schreiben geschickt, in dem er die Gründe des unbefristeten Lieferstopps erläutert. Demnach sind die französischen Hersteller nicht bereit, die Weinkategorie ihrer luxuriösen Spirituosen extra für den russischen Markt zu verändern. Der Russland-Chef von Moët Hennessy, Sebastien Vilmot, wollte sich nicht zu dem Streit äußern.
Nach Angaben des russischen Forschungszentrums für den föderalen und regionalen Alkoholmark werden rund 50 Millionen Liter Champagner und Schaumwein jährlich nach Russland importiert. Nur 13 Prozent davon entfallen auf Frankreich. Der Anteil von Moët Hennessy beträgt weniger als zwei Prozent der Gesamtimporte.

Armenien soll auf „Cognac“ verzichten

Eine ähnliche Situation gibt es um das Wort „Cognac“: Vor Kurzem wurde bekannt, dass die EU Armenien die geografische Bezeichnung „Cognac“ abkaufen will. Nach dem EU-Recht darf nur ein Weinbrand aus der französischen Stadt Cognac und dem umliegenden Weinbaugebiet die Benennung Cognac tragen. Doch in den postsowjetischen Ländern wird traditionell Weinbrand als „Kognak“ bezeichnet, und zwar ungeachtet der Herkunft. Besonders der armenische Kognak ist in diesen Ländern sehr beliebt.
Armeniens Regierung hatte sich zuvor mit der EU geeinigt, im Tausch gegen eine Finanzhilfe in Höhe von drei Millionen Euro auf die Verwendung des Wortes Kognak bei der Benennung armenischer Alkoholgetränke schrittweise zu verzichten.
Moët & Chandon - SNA, 1920, 04.07.2021
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