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„Nach Delta kommt Omega“: Vorschau auf die vierte Corona-Welle im ZDF-Talk

© REUTERS / NAVESH CHITRAKAREin PCR-Test (Symbolbild)
Ein PCR-Test (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.07.2021
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„Maybrit Illner“ kennt beim Thema Corona keine Sommerpause. Am Donnerstagabend ging es im ZDF darum, ob sich in Deutschland im Sommer 2021 alles wiederholen wird, wie im Jahr 2020, als nach dem vermeintlichen Sieg über Corona die zweite Pandemie-Welle anrollte. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.
Einiges ist in der Tat ähnlich wie im Sommer 2020: Damals hat Deutschland sich selbst quasi als Weltmeister der Pandemie-Bekämpfung gerühmt. Den eingeschriebenen Unkern – da denkt man in erster Linie an den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach – wollte kaum jemand noch glauben. Was dann im Herbst und im Winter kam, ist allen bekannt.

„Es ist genau wie im letzten Jahr, und es ist etwas, was ich nicht verstehe“, sagte Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. „Letztes Jahr hatten wir die gleiche Diskussion, und es ist genauso nichts passiert.“

Damals durften zumindest einzelne Bundesländer eigene Regeln etwa für Reiserückkehrer beschließen, was zum Teil auch geschah. In diesem Jahr sei aber der Bund dafür zuständig.
„Wir hatten im letzten Jahr strengere Regeln, wenn man aus Risikogebieten zurückkam, als in diesem Jahr“, betonte sie. „Dabei haben wir in diesem Jahr die ansteckende Delta-Mutante.“

Corona-Booster Fußball

Die Fußball-EM komme 2021 noch dazu, bei der Tausende Fußballfans zwischen einem Dutzend Austragungsorten in Europa hin und her pendeln, während an jedem einzelnen dieser Orte unterschiedliche Pandemie-Regeln gelten.
„Es ist ein Problem, dass wir die Leute jetzt alle überallhin reisen lassen“, meinte die Tübinger Pandemiebeauftragte Lisa Federle. Das jetzige „Dicht-an-dicht-Sitzen“ auf den Tribünen der Fußball-Europameisterschaft sei „ganz schlimm“. „Das wird uns einholen, auf jeden Fall“ – in Abwesenheit von Karl Lauterbach übernahm die Tübinger Ärztin die Cassandra-Rolle.
Auch der FDP-Chef Christian Lindner wunderte sich, „warum wir nicht eine abgestimmte Strategie in Europa haben, unter welchen Bedingungen Reisen und Freizügigkeit möglich sind“.
„Wenn ich die Bilder sehe, denke ich: Hoffentlich geht‘s gut“, beschrieb er seine Eindrücke von den Fan-Massen auf den Tribünen. „Wir haben uns jetzt mit einem hohen Preis etwas erarbeitet, und jetzt dürfen wir nicht wieder zurückfallen“, mahnte er.
„Zurückfallen“ sei allerdings so gut wie garantiert, äußerte die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff.

„Die vierte Welle wird kommen. Unklar ist nur, wie hoch sie wird.“

Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.06.2021
„Wenn Krieg ausbricht“ – Fazit des Corona-Jahres bei „Maybrit Illner“

Bundesbürger schwänzen Impftermine

Dies hänge vom weiteren Impftempo und von der Disziplin der Deutschen ab. Gerade die Impfdisziplin lässt erstaunlicherweise nach: Hatten sich viele Bundesbürger noch vor einigen Monaten über lange Wartezeiten für ihre Impftermine geärgert, so werden diese mittlerweile von vielen einfach geschwänzt. Allein in Mecklenburg-Vorpommern liege die Quote der abgesagten Termine für Zweitimpfungen bei 40 Prozent, hieß es in der Sendung.
Wäre eine Corona-Impfpflicht denkbar? „Der Alltag für Ungeimpfte muss unangenehmer gestaltet werden, um die Impfbereitschaft zu erhöhen“, zitierte die Moderatorin den Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen.
Von einem Impfzwang könne momentan keine Rede sein – diese Meinung vertrat nicht nur der liberale Politiker Lindner, sondern auch alle anderen. „Wir stoßen an Grenzen der Akzeptanz“, betonte der FDP-Chef.

„Die Menschen sind müde. Weshalb ich zur Vorsicht mahne, jetzt wieder die Schraube anzuziehen.“

„Der griechische Alphabet ist lang“

„Die vierte Welle wird kommen“, „das wird uns auf jeden Fall einholen“ – so klang der Tenor der Sendung trotz der niedrigen gemeldeten positiven Testergebnisse und der sommerlichen Urlaubsstimmung draußen.
„Wir werden mit dem Virus leben müssen“, prophezeite die Ärztin Federle. „Und zwar auf längere Zeit. Wir reden jetzt hier über Delta. Vielleicht sitzen wir in zwei Monaten hier und reden über Omega.“
„Das griechische Alphabet ist lang“, bemerkte die Talkmasterin. „Aber nach Omega kommt nichts mehr“, fügte Lindner optimistisch hinzu.
Das stimmt: Wahrscheinlich wird der Weg zwischen Delta und Omega nicht zwei Monate, sondern zwei Jahre dauern. In der Zwischenzeit könnte das ZDF ruhig Wiederholungen der bisherigen Corona-Talks senden – viel Neues zu diesem Thema wird eh kaum noch gesagt.
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