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Chefredaktion der „Bild“ sollte Pressekodex lesen – DJV-Sprecher Zörner

Buch (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.07.2021
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Für das Foto eines Unbeteiligten, den die „Bild am Sonntag“ als Würzburg-Attentäter präsentierte, musste sich die „Bild“ im Nachhinein entschuldigen. Hendrik Zörner, Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbandes, legt dem Blatt nahe, sich mit dem Pressekodex zu beschäftigen.
Über viele Jahre hinweg habe die „Bild“ Rügen des Deutschen Presserats ignoriert, stellt DJV-Pressesprecher Hendrik Zörner eingangs fest. Entweder seien sie im Briefmarkenformat irgendwo im Blatt versteckt oder gar nicht abgedruckt worden. Der damalige Chefredakteur Kai Diekmann habe im Gespräch mit dem DJV auch keinen Hehl daraus gemacht, was er von der Selbstkontrolle der Zeitungen hielt: gar nichts.
Vor diesem Hintergrund sei es umso bemerkenswerter, dass „Bild“ auf seinen Digitalseiten jetzt eine Entschuldigung veröffentlicht habe. Darin heiße es:
"Bei der Berichterstattung über die furchtbare Bluttat in Würzburg, bei der drei Unschuldige starben, ist der Bild am Sonntag in der Ausgabe vom 27. Juni ein schwerwiegender Fehler unterlaufen. Das Foto auf der Titelseite zeigt NICHT den dringend Tatverdächtigen, der inzwischen in U-Haft genommen wurde, sondern einen Landsmann des Beschuldigten, der in keinem Zusammenhang mit dem Verbrechen steht." Und weiter: "Wir entschuldigen uns daher in aller Form und mit dem größten Bedauern bei der abgebildeten Person." Die Zeitung rechtfertigt die Verwechslung wie folgt: "Wir hatten nach gründlichster Recherche keine vernünftigen Zweifel daran, dass die abgebildete Person auf der Titelseite der BamS den Beschuldigten zeigt. Mehrere Quellen hatten uns dies unabhängig voneinander bestätigt, eine in die Ermittlungen in Würzburg involvierte Person auf Nachfrage sogar schriftlich."
Keine einzige Silbe verwende die „Bild“ jedoch auf die Erklärung, warum überhaupt ein Foto veröffentlicht wurde, das wohl nicht die vorgeschriebene Anonymisierung enthielt, betont Zörner in seinem Kommentar. „Vielleicht liest die Chefredaktion ja doch mal den Pressekodex des Deutschen Presserats. Hielte sie sich daran, wären solche Entschuldigungen überflüssig.“
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