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Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden gegen Hass, Krieg und Gewalt

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Jugendliche in Workcamps - SNA, 1920, 02.07.2021
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Wer die Pflege von 2,8 Millionen deutschen Kriegsgräbern im Ausland beobachtet, leitet laut dem Chef der Moskauer Vertretung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), Hermann Krause, den Auftrag ab, sich gegen Hass, Krieg und Gewalt einzusetzen, gemäß dem Motto des Volksbundes „Versöhnung über den Gräbern“.
In vielen Teilen Russlands gibt es Gräber deutscher Soldaten, die von Russen gepflegt werden. Infolge des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion sind an die drei Millionen deutsche Soldaten gefallen. „Dazu gehören auch Kriegsgefangene, die zu finden besonders schwierig ist“, so Krause. „Es ist dem Volksbund gelungen, etwa 450.000 Soldaten zu bergen und beizusetzen, also quasi nur ein Sechstel. Die Arbeit wird immer schwieriger, weil die Zeitzeugen nicht mehr da sind, die unseren Leuten sagen können, wo ein Friedhof gelegen hat, wo deutsche Soldaten damals ums Leben kamen und von der Wehrmacht beigesetzt wurden.“
„Zurzeit helfen Luftaufnahmen, die wir aus privaten Archiven in den USA kaufen“, fährt der VDK-Büroleiter fort. „Dabei versucht der Volksbund auch anzuregen, dass sich die Jugendlichen mit den Schicksalen der einzelnen Soldaten beschäftigen, zum Beispiel nachverfolgen, warum und wann ist der junge Mann in den Krieg gezogen. War er überzeugt, war er Mitläufer, wurde er gezwungen? Was bedeutete der Tod eines Soldaten für seine Familie. Oftmals haben die Soldatenwitwen nicht mehr geheiratet, sondern die Kinder alleine aufgezogen. Die Traumata wirken in die nächste und auch in die nachfolgenden Generationen weiter. Auch dies ist ein Thema für Jugendliche.“
Der jüngste deutsche Soldatenfriedhof in Russland wurde vor zehn Jahren eingerichtet. „Er liegt in dem kleinen Ort Duchowschina etwa 60 km von Smolensk entfernt“, berichtet Krause. „Am 15. Juli 1941 wurde dieser Ort von der Wehrmacht eingenommen, nach schweren Kämpfen dann zurückerobert. Dort liegen auch Soldaten, die im Gebiet Kaluga ums Leben kamen.“
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Der DVK-Vertreter erwähnte auch, dass er in den letzten Monaten auch auf Probleme gestoßen sei. „Von russischer Seite wurde plötzlich der Vorwurf erhoben: ,Ihr wollt mit euren gemeinsamen deutsch-russischen Jugendlagern Einfluss auf unsere Jugendlichen einüben. Ihr wollt westliche Werte herübertragen. Ihr wollt denen Demokratie und alles andere beibringen, was bei uns im Moment vielleicht nicht so hoch im Kurs steht.’ Wir wissen, welche Probleme es zwischen Russland und Deutschland gibt, die sich auf ganz bestimmte Bereiche beziehen.“
„Das führte manchmal dazu“, ergänzt Krause, „dass das eine oder andere Jugendlager nicht zustande gekommen ist und Jugendarbeit erschwert wurde. Wir hoffen, dass sich das ändert, dass das nicht so von Dauer sein wird, aber das Problem ist vorhanden, und mit diesem Problem muss man in irgendeiner Art und Weise fertig werden.“
In Russland unterhält der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge insgesamt 22 Friedhöfe, darunter die großen Friedhöfe wie bei Wolgograd, vor Petersburg, vor Kursk, in Rschew oder bei Smolensk, wo erbittert gekämpft wurde. Im Gebiet Kaliningrad (​Königsberg) unterhält der Volksbund die meisten kleinen Friedhöfe.
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