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Anerkennen und sich entschuldigen: Sklaverei-Kommission in Niederlande liefert Empfehlungen

© CC0 / Daniel Chomiak / pixabayBlick auf Amsterdam (Symbolbild)
Blick auf Amsterdam (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.07.2021
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Das niederländische Ministerium für Inneres und Königreichsbeziehungen hat 2020 eine Beratungskommission mit der Durchführung eines gesellschaftlichen Dialogs über die Sklaverei-Vergangenheit und ihre Auswirkungen in der heutigen Gesellschaft beauftragt. Am Donnerstag legte diese einen Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen vor.
Unter Leitung der Direktorin von „Amnesty International Niederlande“, Dagmar Oudshoorn, führte die Kommission monatelang Interviews mit Vertretern verschiedener Interessengruppen, sozialer Sektoren, der Jugend und verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Für eine breitere Anerkennung und Verankerung der gemeinsamen Vergangenheit beriet die Kommission mit Bürgern und Wissenschaftlern.
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Nach der Untersuchung stellte die Kommission nun fest: Sklavenhandel und Sklaverei, die direkt oder indirekt unter niederländischer Autorität zwischen dem 17. Jahrhundert und dem 1. Juli 1863 stattfanden, sollen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt werden. Die Anerkennung des Leidens „aller Menschen, die Opfer dieser Verbrechen geworden sind, und des Leidens ihrer Nachkommen“ sei ein wichtiger Schritt für die Niederlande als Ganzes, betonen die Experten. Sich dafür zu entschuldigen, sei auch wichtig, um „historisches Leid zu heilen“, aber nicht nur:
„Entschuldigungen zielen vor allem darauf ab, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Es geht nicht darum, Einzelpersonen als schuldig zu bezeichnen, sondern darum, dass der Staat der Niederlande das durch die Sklaverei zugefügte Leid anerkennt und mit Blick auf eine zukünftige Beziehung Verantwortung übernimmt“, heißt es im Abschlussbericht.
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Konkret schlagen die Kommissionsexperten Folgendes vor, ein nationales Forschungsprogramm über die Sklaverei-Vergangenheit und ihre Auswirkungen zu initiieren und auf die Sklaverei-Vergangenheit in Bildung und pädagogischer Ausbildung mehr Augenmerk zu legen. Die Niederlande sollen der Kommission zufolge auch aktiv gegen Diskriminierung und institutionellen Rassismus in der Gesellschaft vorgehen. Zudem muss der 1. Juli, an dem das Land 1863 nach fast 300 Jahren die Sklaverei abschaffte, zum nationalen Gedenktag unter Beteiligung des Königs und der Regierung erklärt werden.
Laut der Kommission gilt es auch, die Widerstandshelden wie Tula zu rehabilitieren. Die Kommission forderte die Einrichtung eines Königreichsfonds zur Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen sowie einer Institution, die zur Sensibilisierung zum Thema Sklaverei beitragen wird.
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