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Pandemie-Know-How aus Japan: Fernarbeiter müssen Kollegen bezahlen, die ins Büro kommen

© CC0 / Sofia Terzoni / pixabayEine Stadt in Japan (Symbolbild)
Eine Stadt in Japan (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.07.2021
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Im Rahmen der Debatte über die Rückholung von Mitarbeitern aus dem Homeoffice wird weltweit nach Erfolgsstrategien gesucht. Eine solche aus Japan erregt besonderes Interesse: Dort ließ ein Unternehmen seine Angestellten zu Hause bleiben. Dafür mussten sie aber Kollegen bezahlen, die im Büro arbeiten.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg kam die unorthodoxe Lösung mithilfe einer internen Währung „Will“ zustande. Diese hatte der Hersteller von Halbleitergeräten „Disco Corp.“ schon 2011 bei sich eingeführt. Demnach bezahlen Verkaufsteams bei „Disco“ die Fabrikarbeiter für die Produktion von Waren, die wiederum Ingenieure für das Produktdesign bezahlen; auch Büroschreibtische, PCs und Besprechungsräume haben bei „Disco“ einen Preis. Bei einer Transaktion tröpfelt das interne Geld durch die Lieferkette zurück. Restguthaben sollen laut Bloomberg am Ende jedes Quartals als Boni in Yen ausgezahlt werden.
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Als die Pandemie ausbrach, wurde das in Tokio ansässige Unternehmen mit etwa 5600 Angestellten vor eine Herausforderung gestellt: Wie entscheidet man, wen man ins Büro schickt? Es bestand keine Möglichkeit, alle im Homeoffice arbeiten zu lassen. „Verlangen, dass einige ins Büro gehen, während die anderen zu Hause bleiben, ist unfair“, zitiert Bloomberg den CEO von „Disco“, Kazuma Sekiya. Deshalb verständigte sich das Unternehmen auf einen Fonds, der durch Beiträge der Fernarbeiter gefüllt wird und dessen Mittel unter den Büromitarbeitern verteilt werden sollen.
Infolgedessen kamen etwa 40 Prozent der Angestellten zum Pandemiebeginn ins Büro und „erhielten dafür beträchtliche Prämien“, so Sekiya. Nun seien fast 90 Prozent der Mitarbeiter wieder an ihrem Arbeitsplatz, und die Auszahlung sei dementsprechend zurückgegangen. „Wir mussten den Mitarbeitern beweisen, dass es nicht beängstigend ist, zur Arbeit zu gehen. Einige haben es allerdings als hart empfunden, und mehrere Leute haben gekündigt“, fügte der CEO von „Disco“ hinzu.
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Homeoffice in Russland und Deutschland

Laut einer umfassenden Studie von Boston Consulting Group zeigten leicht über 20 Prozent der Russen Enthusiasmus für eine vollzeitige Beschäftigung im Homeoffice; in Deutschland waren es nicht einmal zehn Prozent der Befragten gewesen. Die Mehrheit der Deutschen (etwa 80 Prozent) bevorzugte hingegen eine Kombination von Remote- und Vor-Ort-Arbeit, in Russland sprach sich knapp über 60 Prozent der Probanden dafür aus. Nicht einmal 10 Prozent der Deutschen wollten nur im Büro tätig sein, unter den Russen waren es aber fast 20 Prozent der Befragten.
In beiden Ländern wurden zwischen Oktober und Dezember 2020 über 5000 Menschen zu ihrer Präferenzen in Bezug auf den Arbeitsort befragt. Die Befragten waren meist am Anfang und in der Mitte ihrer beruflichen Laufbahn und mehrheitlich zwischen 20 und 40 Jahre alt.
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