Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Mindestlohn in Deutschland steigt auf 9,60 Euro

© SNA / Alexej SuchorukowGeld (Archiv)
Geld (Archiv) - SNA, 1920, 01.07.2021
Abonnieren
Seit dem 1. Juli 2021 beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 9,60 Euro je Zeitstunde, teilte das Bundesarbeitsministerium auf seiner offiziellen Webseite mit.
Der gesetzliche Mindestlohn wurde in Deutschland im Jahr 2015 eingeführt. Er gilt, mit wenigen Ausnahmen etwa bei Jugendlichen oder Auszubildenden, für alle Arbeitnehmer in Deutschland. Die Höhe des Betrags wird der Behörde zufolge alle zwei Jahre von einer ständigen Kommission der Tarifpartner (Mindestlohnkommission) überprüft und kann durch Rechtsverordnung der Bundesregierung geändert werden.
Tresor (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.07.2021
Banker sagen Ende der Filialen in fünf Jahren voraus
Zum 1. Juli ist der gesetzliche Mindestlohn um zehn Cent je Stunde gestiegen. Bei einer Vollzeitstelle entspricht dies rechnerisch einer Lohnuntergrenze von rund 1620 Euro brutto im Monat. Die Anpassung ist Teil einer schrittweisen Steigerung: Zum 1. Januar 2022 erhöht sich der Mindestlohn laut dem BMAS auf 9,82 Euro und ein halbes Jahr später auf 10,45 Euro.
Ausgehandelt hatten Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter diese Schritte nach langem Streit in der Mindestlohnkommission, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Auf Empfehlung der Kommission hatte die Bundesregierung dann die Erhöhung beschlossen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert seit langem deutlich mehr, nämlich 12 Euro pro Stunde. Dies bekräftigte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell am Mittwoch in Berlin laut der offiziellen Pressemitteilung.
„Von 9,60 Euro je Stunde kann niemand, weder auf dem Land und schon gar nicht in den Ballungsräumen der Großstädte, seine Miete bezahlen, seinen Kindern eine Klassenfahrt oder jetzt im Sommer eine Ferienreise ermöglichen. Löhne unter 12 Euro machen arm trotz Arbeit und sorgen letztlich für Altersarmut.“
Insgesamt haben 21 der 27 EU-Staaten einen landesweiten und branchenübergreifenden gesetzlichen Mindestlohn. Dänemark, Finnland, Italien, Österreich, Schweden und Zypern haben keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn.
Die gesetzlichen Mindestlöhne pro Stunde waren nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zum Stand Februar 2021 in folgenden EU-Mitgliedsstaaten höher als in Deutschland: Luxemburg (12,73 Euro), den Niederlanden (10,34), Frankreich (10,25), Irland (10,20) und Belgien (9,85).
Broschüre des Ifo-Instituts - SNA, 1920, 01.07.2021
Ifo-Institut: Industrie beklagt steigende Einkaufspreise
Am unteren Ende der Skala lagen demnach Bulgarien (zwei Euro), Ungarn (2,74), Rumänien (2,84) und Lettland (2,96). Das Statistische Bundesamt (Destatis) betonte, dass die Höhe des Mindestlohns die wirtschaftliche Leistungskraft, aber auch die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in den EU-Staaten widerspiegelt. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Kaufkraft des Geldes relativieren sich die vergleichsweise niedrigen Mindestlöhne in den osteuropäischen Staaten ein wenig.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала